Shopping

Zwei Beach Boys und Hunderte Teenies

Einkaufszentrum "Boulevard Berlin" in Steglitz eröffnet

Anna weiß, was sie will. "Einen Bikini", sagt sie. Zwei Türen trennen sie noch von dem Geschäft, das sie schon aus den USA und aus England kennt. Gleich wird das kalifornische Label Hollister seinen ersten Laden in Berlin eröffnen. Noch steht Anna wie Antonella, Patty und Julia und die anderen Zwölf- und 13-Jährigen in einem Pulk von Teenagern vor dem Eingang des neuen Shoppingcenters "Boulevard Berlin". Eine Viertelstunde nach der Eröffnung werden sie sich in einer hundert Meter langen Schlange vor dem Laden wiederfinden, der von zwei Beach Boys in roten Shorts bewacht wird.

Mehr als 500 Schau- und Kauflustige bevölkern kurz vor der Eröffnung der vierten Steglitzer Einkaufsgalerie den Vorplatz an der Schloßstraße. Auch vor den anderen Eingängen haben sich große Menschentrauben gebildet. Kurz nach 11 Uhr öffnen sich die Türen. Die Teenager stürmen mit einem lauten Kreischen den amerikanischen Laden und blockieren erst einmal den Eingangsbereich. Bereits eine halbe Stunde später haben sich schon mehr als 12.000 Kunden in der Galerie verteilt. Bis zum Abend des ersten Tages seien mehr als 90.000 Besucher gekommen, sagte Stefan Andraschak, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Multi SEC. Für ihn ein Erfolg am Premierentag.

Nicht alle Händler hatten es bis zum Eröffnungstag geschafft. Von den 160 Geschäften sind 90 bereits dabei. Manche Händler räumten noch Ware ein. Die anderen, die sich zum Teil erst spät für eine Mietfläche entschieden hatten, sollen im nächsten halben Jahr folgen.

Mit dem "Boulevard Berlin" ist die Steglitzer Schloßstraße an Einzelhandelsflächen ausgelastet. Diese Ballung an Läden, Galerien und Geschäftshäusern gibt es sonst nirgendwo in Berlin. Allein 76.000 Quadratmeter Verkaufsfläche hat das neue Einkaufscenter, die Schloßstraße insgesamt weist jetzt 200.000 Quadratmeter auf. Mehr sieht der Zentrenplan des Bezirks für diese Lage nicht vor. 390 Millionen Euro investierte Multi Development in den Umbau von Karstadt und Wertheim und die Neubauten.

Während sich in der überdachten Glaspassage Leierkasten-Klänge mit Techno- und Hiphop-Tönen mischen, schieben sich die ersten Kunden schon wieder mit Tüten bepackt nach draußen. Cornelia Gutierrez ist mit ihrer Mutter in das Center gekommen und findet es noch "ein bisschen nackig". Ein paar Blumen würden fehlen, sagt die junge Frau. Schön finde sie aber, dass es so hell und weitläufig sei. Von der "minimalistischen und schnörkellosen Architektur" sind die Freundinnen Judith und Esther ganz angetan. Und Angelika und Andreas Wegwitz, die in der Nähe wohnen, sind froh, dass der Baustaub ein Ende hat - und sie wieder einen direkten Zugang durch die Passage zur Schloßstraße haben.