Informationsbedarf

Berliner wünschen mehr Beratung

Befragung zeigt Informationsbedarf bei Themen wie Miete und Energie

Die Berliner wurden für den Monitor im vergangenen Jahr auf zwei Arten befragt - einmal durch ein ausschließlich deutschsprachiges Telefoninterview, dann durch Befragung vor Ort auch auf Türkisch. So wollte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die den Monitor für den Senat verantwortet hat, sichergehen, dass sie erfährt, was die große Gruppe Berliner mit türkischem Migrationshintergrund über Verbraucherthemen denkt.

"Die Mutter einer türkischen Familie erreicht man über Telefon oft nicht so gut", sagte Michael Plock von der GfK. Er betonte aber zugleich, dass mit den Telefoninterviews auch Berliner mit Migrationshintergrund befragt wurden. "Wer Berliner, über 14 Jahre alt und in der Lage war, ein Telefoninterview auf Deutsch zu führen, den haben wir befragt." Insgesamt wurden 900 Menschen interviewt.

So ergibt sich im Verbrauchermonitor das ziemlich eindeutige Bild, dass eine Sprachbarriere die Verbraucher ganz offensichtlich von wichtigen Informationen über Fragen ihres täglichen Lebens abschneidet. So gaben 50 Prozent der befragen türkischsprachigen Berliner an, dringend mehr Aufklärung zu den Themen Energie und Wohnen zu benötigen, bei den deutschsprachigen Verbrauchern waren es nur zwölf Prozent. Finanzberatung wünschen sich 37 Prozent der Verbraucher mit türkischem Hintergrund, aber nur vier Prozent der deutschsprachigen. Für die deutschsprachigen Verbraucher war dagegen das Thema Lebensmittelsicherheit mit 27 Prozent das wichtigste. "Wir liegen mit unseren Themen zwar richtig, erreichen aber viele Berliner ganz offensichtlich noch nicht", sagte Peter Lischke, Chef der Berliner Verbraucherzentrale. Der Monitor zeige deutlichen Handlungsbedarf.

Schwerpunktthema waren Fragen rund um Miete und Energiekosten. Rund 70 Prozent der Befragten wohnen zur Miete. Auch hier zeigte die Befragung, dass deutschsprachige Mieter sich wesentlich besser über ihre Rechte und Pflichten informiert fühlen (55 Prozent) als türkischsprachige (23 Prozent). Jeder Fünfte gab an, in den letzten zwei Jahren eine Mieterhöhung bekommen zu haben, bei den türkischsprachigen Befragten war es sogar jeder Dritte. Insgesamt sagten acht Prozent - etwa jeder zwölfte Berliner -, bald ausziehen zu müssen, weil sie sich die Wohnung nicht mehr leisten könnten.