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Die Schlecker-Beschäftigte

Enttäuschung Nicole Materns Hoffnung war die Transfergesellschaft. Die 23-jährige Spandauerin hat jahrelang in einer Schlecker-Filiale gearbeitet, nun wird ihr wie 10.000 Kolleginnen, gekündigt. Doch die Gründung einer Transfergesellschaft, die die Schlecker-Beschäftigten in neue Arbeit bringen und ihnen 80 statt 63 Prozent des letzten Nettogehalts zahlen sollte, scheiterte. "Ich fühle mich von der Politik im Stich gelassen", sagt Matern jetzt. "Griechenland wird geholfen, den eigenen Leuten nicht."

Klage Mit 60 Prozent des Gehalts, rund 500 Euro, könne sie gerade Miete und Strom bezahlen, sagt Matern. "Der Kühlschrank bleibt dann leer." Darum will sie nun mit ihren Kolleginnen eine Sammelklage anstrengen, beraten lassen hat sie sich dazu schon. "Eigentlich hätte es drei Monate Kündigungsfrist geben müssen, das Geld für diese Zeit steht uns noch zu."

Suche Am Montag fängt für Matern und ihre Kolleginnen das Bewerbungstraining an. "Dann werden fleißig Bewerbungen geschrieben." Ihr Job habe ihr Spaß gemacht, sie suche nun wieder eine ähnliche Tätigkeit.