Pro & Contra

Reine Schikane

Dirk Westphal ist für den Individualverkehr

Es ist schick, sich "grün" und umweltorientiert zu geben, zumal, wenn es um Verkehrspolitik geht. Schließlich kann man auf diesem Feld ungeahnte Fortschrittslust demonstrieren, gilt es doch, vermeintlich schädlichen Auswirkungen der Mobilität mit Kraftfahrzeugen Einhalt zu gebieten. Ginge es dabei nur um Pflanzenkübel, mit denen die Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg künftig Fahrradstellplätze auf Straßen abgrenzen wollen, könnte man als Autofahrer vielleicht darüber hinwegschauen. Aber es dreht sich längst um mehr, um eine systematische Behinderung des Individualverkehrs, die auch vom ehemaligen, rot-roten Senat forciert wurde. Jahrelang wurden dafür selbst Hauptstraßen verschmälert, aus vier Fahrspuren etwa zwei gemacht, eine in jede Richtung. An Beispielen dafür fehlt es nicht. Auf der Wilhelm- und Dudenstraße etwa staut sich seither der Verkehr morgens und abends. Anwohner klagen über massiven Lärm. Denn der Verkehr hat sich nicht etwa auf Busse und Bahnen verlagert, wie von den "Grün"-Aktivisten erhofft. Wenn Berlin Hauptstadt sein will, muss es auch einen funktionierenden motorisierten Individualverkehr akzeptieren. Immer neue Schikanen für Autofahrer gehören nicht dazu.