Hygiene

Der Senat sieht keine Gefahren durch Krankenhauskeime

Die Senatsverwaltung für Gesundheit sieht derzeit keine erhöhten Gefahren für Berliner Patienten durch antibiotikaresistente Krankenhauskeime. "Wir sind mit unseren strengen Hygienevorschriften in der Landeskrankenhausverordnung bundesweit Vorreiter", sagte eine Sprecherin von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Montag.

Wie berichtet, wurden in Berlin in den zurückliegenden sieben Monaten zehn Mal gefährliche Krankenhauskeime registriert. Pro Fall hatten sich drei bis acht Patienten infiziert. Einmal wurden auch in Berlin Darmkeime entdeckt, die mit den Mikroben im Klinikum Bremen-Mitte vergleichbar sind. Dort waren drei Säuglinge nach Infektionen gestorben. Seit Juli 2011 müssen bundesweit Infektionen in Krankenhäusern, von denen mehrere Personen betroffen sind, gemeldet werden. An welchen Berliner Kliniken die Keime entdeckt wurden, geben die Gesundheitsbehörden aber nicht bekannt. "Wir handeln streng nach der Gesetzeslage, und das funktioniert", sagte Czajas Sprecherin dazu.

Danach kontrollieren die Gesundheitsämter der Bezirke, ob in den Berliner Kliniken hygienische Standards eingehalten werden. Sie melden es an das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) weiter, wenn sich in einem Krankenhaus mehrere Patienten mit gefährlichen Keimen angesteckt haben. Die Daten werden jedoch anonymisiert. Das LAGeSo wiederum informiert das Robert-Koch-Institut (RKI). Auch das RKI hält die bekannt gewordene Zahl von Infektionen durch Krankenhauskeime in Berlin bisher nicht für besorgniserregend. Zwar seien wenige Monate nach Einführung der Meldepflicht die Daten noch wenig aussagekräftig, so Sprecherin Susanne Glasmacher. Auch Vergleichszahlen anderer Bundesländer lägen noch nicht vor. "Es gibt aber derzeit keinen Grund anzunehmen, dass sich die Zahl der Infektionen mit Krankenhauskeimen dramatisch verändert hat", betonte die RKI-Sprecherin.