Elektronische Musik

Clubsprecher sieht keine Unterstützung für B-Parade

Die Pläne für eine neue große Straßenparty in Berlin stoßen auf Skepsis in der Clubszene. "Wir sehen einfach nicht, dass hier irgendeine Unterstützung besteht", sagte Lutz Leichsenring, der Sprecher der Clubcommission, zur B-Parade.

Diese will am 21. Juli Hunderttausende Besucher in den Tiergarten locken, was an die Zeiten der Love Parade erinnert. Er kenne keinen namhaften Club, der hinter der Veranstaltung stehe, so Clubverbandssprecher Leichsenring. "Die Zeit ist einfach vorbei, unserer Meinung nach." Für so eine Bewegung brauche es ein Fundament. Und bei so einer Idee müsse man viel kleiner anfangen.

Die Veranstalter der B-Parade nehmen nach früheren Absagen einen neuen Anlauf. Sie stellten kürzlich ihr neues Konzept vor, das die Vielfalt der elektronischen Musik zeigen will, es soll eine kulturelle Veranstaltung werden. Das Thema Sicherheit soll eine wichtige Rolle spielen. Die Love Parade fand von 1989 bis 2006 mit Unterbrechungen in Berlin statt. Nach dem verheerenden Unglück 2010 in Duisburg wurde die Love Parade eingestellt, Veranstalter war zuletzt Rainer Schaller.

Dr. Motte, Gründer des Technospektakels, wollte sich zur B-Parade nicht äußern, wohl aber zu der grundsätzlichen Frage, ob nach Duisburg eine Party in der Tradition der Love Parade vorstellbar sei. Zunächst einmal müsse geklärt werden, was man unter dieser Tradition verstehe, erklärt der DJ. Die Love Parade sei mehr als nur eine Party gewesen. "Sie ist gewachsen, hat sich entwickelt."

Die Love Parade sei aus der Szene heraus geboren und ihr nicht von außen aufgesetzt worden. Es sei um die Selbstdarstellung der Gegenwartskultur der elektronischen Tanzmusik gegangen. "Wenn man also das große Ganze betrachtet und nicht nur die Party, als einen Aspekt dessen, dann muss ich sagen: Ja, eine Technoparade ist grundsätzlich vorstellbar."

Es komme aber immer darauf an, wer sie ausrichte und was die ehrliche Absicht dahinter sei.