Verstrickung

Kontakt zu Eventmanager: Wowereit widerspricht Vorwürfen

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat Berichte zurückgewiesen, er habe über das bisher bekannte Maß hinaus Kontakte zu dem Eventmanager Manfred Schmidt gepflegt. "Wir sehen keinen Ansatzpunkt, um weitere Vorwürfe zu konstruieren", sagte Wowereits Sprecher Richard Meng. Konkret geht es um drei Vorgänge.

Eine Firma, an der Schmidt beteiligt ist, hatte 2011 versucht, ein Modeevent auf der Baustelle des Flughafens in Schönefeld zu organisieren. Der geforderte Preis sei "exorbitant" gewesen, man habe abgesagt, so ein Sprecher der Flughafen-Gesellschaft. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wowereit sei nicht informiert worden. Weiterhin habe die Stiftung einer Unternehmensberatung, die zu Schmidts Kunden gehört, im Rathaus angefragt, ob Wowereit die Schirmherrschaft übernehmen würde. Die Beamten hätten geprüft und abgelehnt. Der Vorgang habe das Bürgermeister-Büro nie erreicht.

Außerdem hat der Eventmanager Schmidt offenbar im Zusammenhang mit dem "Festival of Lights" Geld verdient, das Magazin "Stern" berichtet von einem Reingewinn von fast 160.000 Euro. Bei dem Lichtspektakel ist Wowereit Schirmherr. Aber neben einer ideellen Unterstützung durch die städtischen Tourismuswerber von VisitBerlin, die mit den bunt beleuchteten Gebäuden im Oktober Besucher in die Stadt locken, basiert das Festival auf rein privatem Engagement. Öffentliche Zuschüsse gebe es nicht, versicherte Birgit Zander, deren Agentur das von der privaten City Stiftung Berlin ins Leben gerufene Ereignis seit 2010 ausrichtet.

In jenem Jahr sorgte Schmidt dafür, dass neben Gebäuden wie dem Potsdamer Platz oder dem Brandenburger Tor auch das Hotel "Adlon" am Pariser Platz angestrahlt wurde. Die Scheinwerfer platzierte Schmidt auf der Terrasse seiner Residenz gegenüber, wo öfters Empfänge stattfinden, unter anderem eine Wahlkampf-Veranstaltung für Klaus Wowereit 2011. "Schmidt hat keine geschäftliche Beziehung zum Festival of Lights", sagte die Organisatorin Zander. Sie wisse nicht, wie es zu dem kolportierten Reingewinn kommen könnte. Heute würde sie versuchen, Aktivitäten am Rande des Festivals vertraglich einzubinden, sagte Zander. Schmidt ließ seinerzeit auch Firmenlogos auf die Hotelfassade projizieren und lud offenbar Firmenvertreter in seine Residenz ein. In Schmidts Firma, die offiziell im Schweizer Steuerparadies Zug residiert, wollte man sich nicht äußern.