Tarifkonflikt

Warnstreiks: In Berlin bleibt der Müll liegen

Die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst erreichen am heutigen Mittwoch auch Berlin. Neben den Wasserbetrieben, der Stadtreinigung, einigen Bundesbehörden und Jobcentern sind von dem Ausstand, wie am Dienstag bekannt wurde, auch Krankenhäuser betroffen.

Nach Angaben des Klinikkonzerns Vivantes wird das Klinikum im Friedrichshain und das Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg bestreikt. Betroffen sind die OP-Bereiche und chirurgischen Stationen beziehungsweise die Rettungsstelle in den beiden Kliniken. "Die medizinische Versorgung der Patienten ist aber sichergestellt", sagte eine Sprecherin des Konzerns am Dienstag. Notoperationen würden weiterhin vorgenommen. "Nur aufschiebbare Operationen werden gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt", hieß es weiter. Auch für Donnerstag rechnet Vivantes mit Streik. Dann sollen Operationen an den Standorten Spandau und Neukölln ausfallen.

Ganztägig legen am heutigen Mittwoch die Beschäftigten der Berliner Stadtreinigung und der Wasserbetriebe die Arbeit nieder. Um 10 Uhr erwartet die Gewerkschaft Ver.di rund 1500 Streikende zur Kundgebung vor der Zentrale der Wasserbetriebe in Mitte. Die Berliner werden den Streik vor allem daran bemerken, dass ihre Mülltonnen nicht geleert werden und die Recyclinghöfe geschlossen bleiben. Am Donnerstag holen die BSR-Mitarbeiter dann die Mittwochs-Touren nach. Auch bei einigen Jobcentern kann es zu Verzögerungen durch den Streik kommen. Nach Angaben von Ver.di sind zudem 80 Mitarbeiter der Bäderbetriebe zum Streik aufgerufen, was am Vormittag zu Einschränkungen in einzelnen Schwimmbädern führen kann. Die Streiks sollen laut Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann ein politisches Zeichen sein. "Es ist nicht beabsichtigt, alles lahm zu legen."

6,5 Prozent mehr Gehalt gefordert

Im Tarifstreit von Bund und Kommunen haben in den vergangenen Tagen deutschlandweit Zehntausende öffentlich Beschäftigte gestreikt. Die Gewerkschaften verlangen für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr. Die Arbeitgeber haben 3,3 Prozent in zwei Stufen angeboten. Ver.di-Chef Frank Bsirske warnte die Arbeitgeber am Dienstag vor einem Scheitern der nächsten Verhandlungsrunde. In diesem Falle werde es einen großen und langen Arbeitskampf geben.