Großeinsatz

Feuer im Hochhaus: Zwölf Menschen verletzt

Bei einem Feuer in einem Hochhaus in Spandau sind am Freitag zwölf Menschen verletzt worden. Aus noch ungeklärter Ursache war eine Vierzimmerwohnung in der obersten Etage eines Wohnblocks im Stadtteil Wilhelmstadt in Brand geraten und vollständig ausgebrannt.

Insgesamt zehn Hausbewohner mussten mit Rauchgasvergiftungen von Rettungswagen der Feuerwehr in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden. Unter den Verletzten waren auch fünf Kinder einer Familie. Zwei weitere Mieter konnten ambulant von Ärzten betreut werden.

Die Feuerwehr evakuierte während der Löscharbeiten vorübergehend mehrere Etagen des 14-geschossigen Mietshauses. Am Abend konnte die Mehrzahl der Betroffenen jedoch in ihre Behausungen zurückkehren. Etwa zehn Wohnungen seien jedoch wegen Löschwasserschäden vorübergehend unbewohnbar, sagte Feuerwehrsprecher Wolfgang Rowenhagen am Abend.

Am Freitagnachmittag um 16.28 Uhr war in der Feuerwehrleitzentrale ein Notruf eingegangen: Aus dem obersten Stockwerk schlagen Flammen aus einer Wohnung, so der Anrufer. Sofort setzte die Feuerwehr drei Löschstaffeln zum Brandort an der Krowelstraße 6 in Marsch. Kurz darauf wurde die Zahl der Einsatzkräfte auf rund 100 erhöht.

"Wir mussten mit einer großen Anzahl von Bewohnern rechnen, die schnellstmöglich in Sicherheit gebracht werden müssen", sagte Rowenhagen. Die Wohnung, von der das Feuer ausging, stand in voller Ausdehnung in Flammen. Der Mieter war verletzt, konnte aber ins Freie gebracht werden. Der Brand griff auch noch auf die Dachkonstruktion über. "Die Kollegen mussten Teile des Daches und der vorgehängten Fassade entfernen", berichtete Feuerwehrsprecher Rowenhagen.

Die Hausbewohner wurden über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht. Bei den Verletzten, die Rauchgasvergiftungen erlitten, handelte es sich um den Mieter der brennenden Wohnung sowie vier weitere Erwachsene und fünf Kinder aus der Nachbarschaft. Nach zweieinhalb Stunden hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht.

Während die Bewohner der unteren und mittleren Etagen nach 19 Uhr nach und nach wieder in die Wohnungen zurückkehren durften, bleiben die obersten drei Etagen vorerst weiter gesperrt. Wegen der Löschwasserschäden sowie möglicher Probleme mit der Elektrik mussten die Mieter sich auf die Suche nach Ausweichquartieren machen. Mehrere der Betroffenen kamen entweder bei Nachbarn oder bei Verwandten unter. Unterdessen begannen Beamte eines Brandkommissariats mit der Untersuchung der zerstörten Wohnung, um die Brandursache zu ermitteln.

Erst am vergangenen Sonntag hatte die Feuerwehr in Wilmersdorf 72 Bewohner eines Heims für Demenzkranke wegen eines Brands in Sicherheit bringen müssen. Im ersten Obergeschoss des Heims an der Meinekestraße war ein Zimmer in Brand geraten. Sieben Personen hatten Rauchgasvergiftungen erlitten, vier davon mussten in Kliniken eingeliefert werden. Drei Tage zuvor war in Mahlsdorf ein Mann an den Folgen eines Brands in einem Einfamilienhaus am Wacholderweg ums Leben gekommen. Die Feuerwehrleute hatten den 53-Jährigen im Keller des Hauses bewusstlos vorgefunden, die Wiederbelebungsversuche waren vergebens.

Am 26. Februar waren sogar zwei Brandtote zu beklagen. Im Stadtteil Baumschulenweg in Treptow war eine Frau nach einem Schwelbrand leblos in ihrer verrußten Wohnung aufgefunden worden. In Neukölln war eine schwer kranke 51-Jährige durch ein Feuer in ihrer vermüllten Wohnung an der Donaustraße ums Leben gekommen.

"Wir mussten von einer großen Anzahl von Bewohnern ausgehen, die schnellstmöglich in Sicherheit gebracht werden müssen."

Wolfgang Rowenhagen, Feuerwehrsprecher