Kriminalität

Zwei Kleinkinder aus verdreckter Wohnung gerettet

Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Schöneberg haben Polizeibeamte zwei Kleinkinder aus der völlig verdreckten Wohnung eines 50-Jährigen befreit. Die Beamten hatten die Wohnung in der Canovastraße am Freitagvormittag zur Vollstreckung eines Haftbefehls aufgesucht und waren dabei überraschend auf die acht Monate und vier Jahre alten Kinder gestoßen.

Das offensichtlich erkrankte Baby wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Aufgrund der unhaltbaren Wohnumstände, die Polizisten fanden die Wohnung verschmutzt und mit Schimmel befallen vor, hatte das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes das Jugendamt hinzugezogen. Beide Kinder wurden mit sofortiger Wirkung in die Obhut des Jugendamtes übergeben. Die Kriminalpolizei prüft jetzt, ob gegen den 50-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht eingeleitet wird.

Auch den eigentlichen Grund des richterlichen Durchsuchungsbeschlusses und die Vollstreckung eines Haftbefehls setzte die Polizei um. Der Mann stand nach Hinweisen unter dem Verdacht des unerlaubten Waffenbesitzes. Der Verdächtige wurde gegen 9.30 Uhr vor seiner Wohnung auf dem Gehweg angetroffen und von Beamten eines Spezialeinsatzkommandos verhaftet. Bei der Durchsuchung der Wohnung und einer weiteren Adresse in Brandenburg stießen die Polizeibeamten auf mehrere Pistolen und Gewehre nebst der zugehörigen Munition sowie etwa 250 Gramm Schwarzpulver. Die Waffen und die Munition wurden sichergestellt, der Tatverdächtige in eine Justizvollzugsanstalt überstellt. Kriminalbeamte ermitteln jetzt, woher die Waffen stammen.

Zuletzt war Ende Februar in Marzahn ein Fall von Verwahrlosung eines Kleinkindes bekannt geworden. Anwohner hatten der Polizei einen Hinweis gegeben, wonach ein Kleinkind im Krabbelalter in unhaltbaren Zuständen lebe. Die Beamten entdeckten einen 16 Monate alten Jungen und seine 23 Jahre alte Mutter in einer Dreizimmerwohnung, in der es streng nach Fäkalien roch. Die Frau hielt nach Polizeiangaben zwei Hunde sowie Kaninchen und Streifenhörnchen. Der Fußboden war in allen Räumen mit Hundekot und Wäschehaufen bedeckt. In der Küche entdeckten die Beamten ungewaschenes, mit Essenresten verklebtes Geschirr, jedoch keine zum Verzehr geeigneten Lebensmittel. Der Junge wurde der Fürsorge des Jugendamts übergeben. Für Schlagzeilen hatte Ende Januar auch der Tod der zweijährigen Zoe aus Weißensee gesorgt. Das Mädchen war an den Folgen eines Darmrisses gestorben, obwohl ihre Familie seit Monaten von Familienhelfern des Jugendamtes betreut worden war.