Trabrennbahn

Pferdesportzentrum mit Reithalle und Hotel in Karlshorst

Lesedauer: 2 Minuten

Die 118 Jahre alte Trabrennbahn Karlshorst soll zum Berliner Pferdesportzentrum und zum nordwestlichen Eingangstor der Wuhlheide in Köpenick werden. Auf dem Gelände an der Treskowallee sind in den kommenden Jahren eine große Reithalle, Reitplätze für Springen und Dressur sowie ein Jugend-Familien-Hotel geplant.

Anzeige

Das künftige Nutzungskonzept für die Anlage, die seit 2004 unter dem Namen Pferdesportpark Karlshorst firmiert und wegen enormer Umsatzrückgänge ums Überleben kämpft, wurde am gestrigen Donnerstag vorgestellt. Lichtenbergs Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) sagte: "Wir müssen verhindern, eines Tages mitten in der Stadt eine nicht mehr betriebsfähige Trabrennbahn zu haben." Die Rettung der Anlage sei eine Aufgabe für ganz Berlin, so Geisel weiter.

Doch zunächst hat Lichtenberg bereits 2011 für die Ausarbeitung der einzelnen Projekte einschließlich eines städtebaulichen Leitbildes von Karlshorst Fördermittel über 150.000 Euro von der EU erhalten, die von Land und Bezirk mit derselben Summe kofinanziert werden.

Das Thema Pferd, so Projektleiter Thomas Hartl, gehe aber bei den Zukunftsplanungen weit über die Disziplin des Trabens hinaus. So sei eine moderne Reitsportanlage mit einer großen Halle, Reitplätzen, Koppeln, Tierklinik und Reittherapien einer der Schwerpunkte.

Der Verein Pferdesportpark Karlshorst ist Eigentümer des 37 Hektar großen Areals. Aus dem Trabrennsport - also aus den Einnahmen der Pferdewetten - lässt es sich nicht mehr finanzieren, sagt Hartl. Geld verdienen könne hingegen das Sport-Jugend-Familien-Hotel - etwa mit "Ferien auf dem Reiterhof" oder Reitlehrgängen.

Um Energiekosten zu senken, sollen ungewöhnliche Wege beschritten werden. Wärme und Strom aus Biomasse, also Pferdemist, könnte eine Lösung sein. Daran will das Projektteam arbeiten. Für das historische Tribünengebäude ist eine Modernisierung geplant.

Das künftige Pferdesportzentrum soll aber auch ein wichtiger Übergang zum Naherholungsgebiet Wuhlheide werden und darin eingebettet sein. Geisel sagt: "Die Bürgermeister und Baustadträte von Lichtenberg und Treptow-Köpenick haben dafür eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet." Es solle eine Anbindung an die Reitwege im Wuhletal geben. Außerdem soll der Übergang vom S-Bahnhof Karlshorst in die Wuhlheide durch neue Wege erleichtert werden. Mit der Erteilung des Baurechts für die ersten Projekte sei 2012 zu rechnen. Dann müssen Investoren gefunden werden. Allein die Reithalle kostet zwei Millionen Euro.

Bis zum Sommer 2013 wird es noch kein Baugeschehen geben, da die Rennbahn zum Austragungsort einer Weltmeisterschaft wird. Vom 4 . bis 11. August 2013 geht die WM der Islandpferde über die Bühne. Reiter aus 16 Ländern haben sich angesagt. Täglich werden 20.000 Besucher erwartet. Etwa 9000 Hotelbetten wurden in der Region gebucht. Allein aus Island kommen 3000 Menschen nach Karlshorst. Etwa 300 Pferde laufen am Eröffnungstag durchs Brandenburger Tor.

You have used all of your free pageviews.
Please subscribe to access more content.
Dismiss
Jetzt kostenlos für Morgenpost PLUS registrieren und 3 Artikel gratis lesen
Mehr Berlin als je zuvor. Jetzt weiterlesen mit M+
  • Mehr erfahren über das lokale Geschehen.
  • Mehr Anregung durch klare Meinung.
  • Mehr Lesefreude durch weniger Werbung.
1. Monat nur 0,99 € !
Danach 7,99 € monatlich, jederzeit kündbar. Nur für Neukunden.
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe