Vattenfall

Radikale Atomgegner verletzen Wachmann

Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag in Mitte und Treptow zwei Gebäude des Energieversorgers Vattenfall beschädigt. Die teilweise vermummten Täter beschmierten Fassaden mit Farbe und warfen Steine gegen Fenster.

Ein Wachmann, der gegen die Randalierer eingeschritten war, wurde verletzt und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Ermittlungen hat der Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernommen. Vattenfall-Sprecher Hannes Hönemann wollte nicht ausschließen, dass die Aktion mit den kürzlich im Atomkraftwerk Brunsbüttel entdeckten verrosteten Atommüllfässern in Zusammenhang steht. Den verursachten Sachschaden schätzte Hönemann auf einen vierstelligen Betrag.

Zunächst hatten Anwohner am Heizkraftwerk Mitte in der Köpenicker Straße gegen 0.40 Uhr drei dunkel gekleidete Personen bemerkt. Die Unbekannten warfen mehrere mit Farbe gefüllte Flaschen gegen die Fassade des Firmengebäudes und waren beim Eintreffen der Polizei schon wieder verschwunden. Gegen ein Uhr tauchte dann am Gebäude der Vattenfall-Zentrale in der Puschkinallee 52 eine Gruppe von sieben bis acht Maskierten auf. Nach Polizeiangaben wurde die Fassade großflächig mit Farbe beschmiert. Die Täter benutzten dazu einen mit schwarzer Farbe gefüllten Feuerlöscher, den sie zurückließen. Außerdem warfen sie Pflastersteine und Stahlmuttern auf die Fensterfront, wobei die Verglasung von zwei Fenstern zerstört wurde. Mitarbeiter des Wachschutzes hatten in der Pförtnerloge auf einem Überwachungsmonitor die Sachbeschädigungen bemerkt. Ein 50 Jahre alter Sicherheitsangestellter konnte einen der Randalierer zunächst festhalten. Doch der Mann wurde von dessen Komplizen mit einer ätzenden Flüssigkeit angegriffen. Danach flohen sie in Richtung Schlesische Straße. Bei der Substanz hat es sich nach Informationen der Berliner Morgenpost um Buttersäure gehandelt. Die übelriechende Flüssigkeit wirkt ätzend auf Haut und Schleimhäute. Der 50-Jährige wurde ins Vivantes-Klinikum im Friedrichshain eingeliefert. Nach einer ambulanten Behandlung konnte der Mann das Krankenhaus wieder verlassen. Noch in der Nacht tauchte im Internet ein Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten auf. Darin heißt es, dass die Täter mit ihrem Vorgehen gegen die Energiepolitik des Unternehmens protestieren wollen.

Kritisiert wird in dem Papier unter anderem, dass der Betrieb von Atom- und Kohlekraftwerken und das geplante Einlagern von CO2 die Umwelt zerstöre. In der Vergangenheit hatten linksextreme Brandstifter in Berlin häufig Firmenfahrzeuge von Vattenfall in Brand gesetzt. Im vergangenen Jahr, so Hönemann, seien etwa zehn bis 15 Fahrzeuge davon betroffen gewesen.