Claudia Lux

Bibliotheks-Chefin wechselt nach Katar

Claudia Lux, Generaldirektorin der Berliner Zentral- und Landesbibliothek, verlässt die Hauptstadt. Sie werde in dem arabischen Staat Katar eine Zentral- und Nationalbibliothek aufbauen, sagte Lux der Berliner Morgenpost. In dem Scheichtum am Persischen Golf soll bis 2014 eine große Bücherei für die Universität und die öffentliche Nutzung gebaut werden.

Über Headhunter wurde sie von den Arabern angesprochen. Als Präsidentin des Internationalen Bibliothekenverbandes ist sie international gut vernetzt.

Aus ihrer Sicht ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, eine neue Herausforderung zu suchen, sagte die Professorin. Die Berliner Regierungskoalition aus SPD und CDU habe sich für den Neubau einer Zentral- und Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld entschieden, ein Projekt, für das Lux jahrelange Vorarbeiten geleistet hatte. "Ich würde jetzt nicht gehen, wenn es Anzeichen dafür gäbe, dass daraus nichts wird", sagte Claudia Lux. Die Eröffnung der neuen Bibliothek werde sie aber nicht mehr im Amt erleben, weil sie in wenigen Jahren in den Ruhestand gehen werde, sagte sie. Die Eröffnung in Katar sei hingegen zu einem früheren Zeitpunkt geplant.

Neubau entsteht in Tempelhof

Die rot-schwarze Koalition hat sich, maßgeblich getrieben vom Wunsch des Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators Klaus Wowereit (SPD), entschieden, in Tempelhof eine neue Bibliothek zu errichten, die Teil eines neuen Bildungsquartiers sein soll. Die Kosten werden mit bis zu 270 Millionen Euro angegeben. Im Entwurf des Doppelhaushaltes für 2012 und 2013 sind insgesamt drei Millionen Euro Planungskosten vorgesehen.

Nachfolger von Claudia Lux an der Spitze der Berliner Bibliothek wird der bisherige Abteilungsleiter in der Senatskulturverwaltung, Volker Heller. Die Grünen halten diese Personalentscheidung für einen "kulturpolitischen Skandal", weil die Spitzenstelle ohne eine öffentliche Ausschreibung besetzt worden sei. "Ganz offensichtlich hat der rot-schwarze Senat in Berlin massive Personalprobleme bei herausragenden Führungspositionen", sagte die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Sabine Bangert. Es stelle sich die Frage, ob ein bisheriger Abteilungsleiter Kultur in der Senatskanzlei bibliothekarische Kompetenz mitbringt. Diese sei aber unabdingbar. Sie verwies auf die notwendigen Überarbeitungen der Arbeitsabläufe und die Koordination des Digitalisierungsprojekts von Kulturgütern.