Nahverkehr

S-Bahn-Tisch fordert mehr Personal und mehr Züge

Der S-Bahn-Tisch hält die Verlängerung des im Jahr 2017 auslaufenden S-Bahn-Verkehrsvertrags mit der Deutschen Bahn für wahrscheinlich. Das würde aus Sicht der Initiative aber nicht ausreichen, um wieder einen normalen Fahrbetrieb der S-Bahn zu gewährleisten.

Die zweite Stufe des Volksbegehrens "Rettet unsere S-Bahn" kann nach Einschätzung des S-Bahn-Tisches erst Anfang nächsten Jahres beginnen. "Wir wissen aus der Verkehrsverwaltung, dass es konkrete Vorbereitungen gibt, den Verkehrsvertrag für den S-Bahn-Betrieb mindestens um ein Jahr zu verlängern", sagte der Sprecher des S-Bahn-Tischs, Rouzbeh Taheri, am Montag. Unter Umständen könne dieses Vorhaben auch vernünftig sein. Dann müsse der Senat die Öffentlichkeit aber rechtzeitig über seine wahren Absichten informieren, fügte Taheri hinzu.

Eine Vertragsverlängerung allein würde die Probleme der S-Bahn nicht lösen. Es müssten vor allem mehr Aufsichtspersonal auf den Bahnhöfen, mehr Mechaniker in den Werkstätten und mehr Züge im Netz bereitgestellt werden. "Sonst läuft alles auf ein ziemliches Desaster hinaus", sagte Taheri. So würden bei einer Teilausschreibung der S-Bahn nicht genügend neue Züge zur Verfügung stehen, sondern bis Ende 2017 bestenfalls Prototypen.

Die S-Bahn bietet seit Sommer 2009 unter anderem wegen Wartungsmängeln nur einen eingeschränkten Verkehr. Der S-Bahn-Tisch lehnt eine Privatisierung der S-Bahn ab. Derzeit überprüft der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin auf Antrag des Senats die Zulässigkeit der ersten Stufe des von Taheri mitinitiierten Volksbegehrens "Rettet unsere S-Bahn", die mit 30 000 Unterschriften im Februar die erste Hürde genommen hatte.