Nahverkehr

Weil Fahrer krank sind, lässt S-Bahn Züge ausfallen

Der Personalengpass bei der Berliner S-Bahn hat am Sonntag einen weiteren Höhepunkt erreicht. Weil sich am Morgen die kurzfristigen Krankmeldungen von Triebfahrzeugführern häuften, musste der Verkehr auf insgesamt fünf Linien erheblich eingeschränkt werden. Die Linie S 45 (Flughafen Schönefeld-Südkreuz) wurde sogar komplett eingestellt.

Wie viele Fahrer genau fehlten, konnte eine S-Bahn-Sprecherin nicht sagen. Für den Berufsverkehr am Montagmorgen versprach sie aber eine leichte Entspannung. Zu Einschränkungen wegen des anhaltenden Fahrermangels könne es aber auch weiterhin kommen, teilte das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn mit.

Betroffen waren am Sonntag neben der S 45 auch die Linien S 25 (Hennigsdorf-Teltow Stadt), S 47 (Spindlersfeld-Hermannstraße), S 75 (Wartenberg-Westkreuz) und S 9 (Pankow-Flughafen Schönefeld). Die S 25 und die S 75 fuhren lediglich im 20-Minuten-Takt, weil die zusätzlichen Verstärkerzüge von Teltow zum Nordbahnhof und von Wartenberg zum Ostbahnhof mangels Lokführern gestrichen wurden. Die S 47 und die S 9 wurden verkürzt auf die Abschnitte zwischen Spindlersfeld und Schöneweide, beziehungsweise zwischen Flughafen Schönefeld und Treptower Park. Probleme gab es daher vor allem für Reisende vom südlichen S-Bahn-Ring nach Schönefeld oder in Gegenrichtung. Erst am Nachmittag verbesserte sich die Situation leicht. Ab 13.30 Uhr fuhr nach S-Bahn-Angaben zumindest die S 9 wieder planmäßig auf der gesamten Strecke.

Um die angespannte Personalsituation zu verbessern, bildet die S-Bahn derzeit in mehreren Lehrgängen zusätzliche Triebfahrzeugführer aus. Unternehmenschef Peter Buchner geht davon aus, dass im Laufe des Frühjahrs genug neue Fahrer zur Verfügung stehen werden, um die seit Wochen andauernden Einschränkungen deutlich zu reduzieren.