Diskriminierung

Senatorin will mehr Frauen als Chefs von Landesbetrieben

Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) will den Frauenanteil in den Vorständen und Geschäftsführungen der landeseigenen Betriebe erhöhen. "Ich wünsche mir mehr qualifizierte Frauen an der Spitze von Landesunternehmen", sagte Kolat nach der Senatssitzung, in der der Bericht zur Umsetzung des Landesgleichstellungsgesetzes - also zur Förderung von Frauen - beschlossen wurde.

Bisher führen nur vier Frauen ein solches Unternehmen: Sigrid Nikutta die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Vera Gäde-Butzlaff die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Bei der Wohnungsbaugesellschaft Howoge arbeiten Stefanie Frensch und Sophia Eltrop als Geschäftsführerinnen. Über die Aufsichtsräte will Kolat nun bei freiwerdenden Leitungspositionen Frauen fördern.

Innerhalb der Berliner Verwaltung geht der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Frauenförderung mit schlechtem Beispiel voran: Von allen neun Senatsverwaltungen lag der Anteil der Frauen im höheren Dienst in der Senatskanzlei mit 32,8 Prozent am niedrigsten. Auch die Justizverwaltung schneidet mit einem Frauenanteil im höheren Dienst von 33,8 Prozent nicht viel besser ab. Im Ressort Inneres und Sport sind vier von zehn Positionen im höheren Dienst mit Frauen besetzt, im Ressort Bildung und Wissenschaft dagegen schon mehr als die Hälfte. Kolat zeigte sich dennoch insgesamt zufrieden. Im öffentlichen Dienst stieg der Frauenanteil im höheren Dienst stetig von 48 Prozent in 2000 auf 56,5 Prozent in 2010. Für 2011 liegen noch keine Zahlen vor. Als Frauensenatorin werde sie auf die Besetzung freiwerdender Spitzenposten unter Landesverantwortung mit Frauen achten, sagte Kolat. So würde sie sich wünschen, dass die neue Ausschreibung für den Posten des Polizeipräsidenten so verändert werde, dass auch Vize-Polizeipräsidentin Margarete Koppers sich bewerben könne, sagte die SPD-Politikerin. Bisher hatte die Juristin keine Chance, weil die alte Ausschreibung langjährige Erfahrung im Polizeidienst verlangte. Auf Bundesebene unterstütze sie Forderungen nach einer gesetzlichen Frauenquote für börsennotierte Unternehmen, so Kolat.