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Taxifahrer streiten über Tarife am neuen Flughafen

Wer am Flughafen in Schönefeld in ein Taxi steigt, sollte auf das Autokennzeichen achten. Eine Fahrt mit einem Berliner Taxi ins Zentrum der Hauptstadt ist derzeit deutlich billiger als mit einem aus Brandenburg.

Nach Angaben der Berliner Taxiverbände kostet eine Fahrt vom Airport in die Hauptstadt mit den Kollegen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg derzeit im Schnitt 45 Euro, mit einem Berliner Taxi hingegen nur durchschnittlich 37 Euro. Die Brandenburger haben ein anderes Tarifsystem. So wird bei ihnen beispielsweise auch die Wartezeit an den Ampeln mitgerechnet.

Die Berliner Innung will jetzt neue Tarife, bei denen eine Fahrt vom neuen Airport BER Willy Brandt in Schönefeld in die 23 Kilometer entfernte Berliner Innenstadt und umgekehrt rund 50 Euro kostet. Wegen der derzeitigen Preisdifferenz sind den vergangenen Monaten zahlreiche Berliner Taxiunternehmen mit ihrem Firmensitz nach Schönefeld umgezogen. "Meist sind das nur Briefkastenfirmen", sagt Boto Töpfer vom Berliner Taxiverband. Er bezeichnet sie als Steuerflüchtlinge, die von den höheren Fahrtarifen im Nachbarland profitieren wollten und dabei zugleich weniger Kosten hätten.

Die Einführung eines Einheitstarifs für Fahrten vom künftigen Hauptstadtflughafen für Berliner und Brandenburger Taxis lehnen die Verbände aber ab. Sie halten es weder für praktikabel noch für betrugssicher, wenn ein weiterer Tarif nur für Fahrten vom Airport ins Taxameter aufgenommen werden soll. Außerdem wird über Laderechte in Berlin und Halteplätze am Flugplatz gestritten. So ist das Berliner Taxigewerbe dagegen, dass die Kollegen aus Brandenburg künftig auch in der Hauptstadt Fahrgäste aufnehmen können.

"Denen fehlt die Ortskenntnis, Berlin ist da einfach zu groß", klagt der zweite Vorsitzende der Innung des Berliner Taxigewerbes, Roland Bahr. Ortskundeprüfungen sollten auch künftig nur von Berliner Fahrern gemacht werden dürfen.

Dem Senat liegen die Forderungen der Taxiunternehmen auf dem Tisch. Bis zum 31. Januar wurde nun eine Frist gesetzt. Sollte bis dahin nichts passieren, droht das Berliner Gewerbe mit Kampf. "Das könnten Streiks oder Blockaden auf der Stadtautobahn sein", heißt es. Die Verkehrsverwaltung äußert sich zu den Forderungen nur zurückhaltend. "Wir arbeiten an einer machbaren Lösung", sagt eine Sprecherin.