Bebauungsplan

So geht es weiter: Nutzungspläne für Tegel liegen aus

In der Nacht vom 2. auf den 3. Juni wird der Flugverkehr in Tegel eingestellt, denn dann geht der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld in Betrieb. Eine Öffnung des Geländes für die Öffentlichkeit wie auf dem Tempelhofer Feld wird es in Tegel aber erst einmal nicht geben, schon um Zerstörungen vorzubeugen.

Mit einem Bebauungsplan für den südlichen Teil des Areals, den der Senat gerade öffentlich ausgelegt hat, damit sich Bürger und Behörden dazu äußern, wird das Areal baurechtlich zukunftstauglich gemacht. Etliche Reinickendorfer haben das Angebot des Bezirksamtes bereits wahrgenommen, sich im Rathaus am Eichborndamm über die Pläne zu informieren. Kleingärtner vergewisserten sich beispielsweise, dass sie vom neuen Planungsrecht nicht tangiert sind, Radsportler wollten wissen, ob sie die Fläche künftig nutzen können.

Insgesamt ist das Flughafengebiet 460 Hektar groß. Etwa ein Drittel gehört dem Land Berlin, zwei Drittel gehören dem Bund. Künftig sollen rund 220 Hektar für Forschung, Industrie und Gewerbe genutzt werden. Der Rest ist Wald- und Grünfläche und wird dafür teilweise auch entsiegelt und neu begrünt. Mit dem jetzigen Bebauungsplan werden in einem ersten Schritt 148 Hektar planungsrechtlich festgelegt. Rund um die Terminalgebäude soll es künftig ein Sondergebiet für Wissenschaft, Forschung und Technologie geben. Es ist 38 Hektar groß. Im Zentrum des Areals könnte auch die Berliner Beuth-Hochschule ihren Platzbedarf für die Zukunft decken.

Der Reinickendorfer Stadtrat für Stadtentwicklung, Martin Lambert (CDU), mahnt an, dass der neue Senat schnell eine Entscheidung treffen müsse, welche Wissenschaftseinrichtung auf den Campus ziehen werde. Die Entscheidung sei als Signal wichtig. "Mit der Ansiedlung von Hochschuleinrichtungen steht und fällt das im Sondergebiet angestrebte Wissenschaftszentrum", sagt Lambert. In der Senatsverwaltung für Wissenschaft gibt es noch keine konkreten Pläne, welche Einrichtung aufs Tegel-Gelände ziehen soll. "Darüber zu diskutieren ist noch zu früh", sagte Sprecher Mathias Gille.

Mehr Ideen als in Tempelhof

Mit dem Bebauungsplan werden auch die Siedlungen Cité Pasteur, Cité Guynemer und das Alliiertenmuseum zwischen Autobahn und Kurt-Schumacher-Damm als Standorte zum Wohnen gesichert. Die Mieter brauchen sich also keine Sorgen zu machen. Insgesamt ist der Bezirk Reinickendorf mit dem Bebauungsplan für die künftige Entwicklung des Flughafenareals zufrieden. Auf dem Flughafengelände Tegel entstehen künftig fünf Prozent der gesamtstädtischen Gewerbeflächen Berlins. Für die Entwicklung seien etliche Anregungen aus dem Bezirk in den Bebauungsplan eingeflossen, sagt Lambert. Die Planung für Tempelhof sei längst noch nicht so weit wie die in Tegel.

Im Bauberatungszentrum im Rathaus Reinickendorf am Eichborndamm 215/239 können sich Interessierte noch bis zum 9. Februar über den Bebauungsplan informieren: dienstags 9 bis 12 Uhr, donnerstags 15 bis 18 Uhr sowie nach Terminvereinbarung unter Tel. 902 94 30 14.

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