Der Landesvorstand soll demnach Anfang Februar gewählt werden. Schmidtke war bislang stellvertretender Landesvorsitzender.
Diese Kandidatur unterstreiche das seit Jahren bestehende enge Verhältnis der Berliner NPD mit den aktionsorientierten und gewaltbereiten Autonomen Nationalisten. "Ohne die Unterstützung der AN, die auch im Wahlkampf zum Abgeordnetenhaus deutlich wurde, ist die NPD in Berlin nicht mehr lebensfähig", so Berlins Verfassungsschutzchefin Claudia Schmid. Mit der Wahl Schmidtkes zum Landesvorsitzenden wäre auch eine stärkere Einbindung der sogenannten Freien Kräfte zu erwarten - gegen den Trend in der Bundespartei, wo der neu gewählte Bundesvorsitzende Holger Apfel mit "seriöser Radikalität" wirbt.
Die Sicherheitsbehörden beobachten die Autonomen Nationalisten in der Hauptstadt mit Sorge. "Sie gehören in der gewaltbereiten Szene zu den gefährlichsten Gruppierungen", so ein szenekundiger Beamter. In einem Bericht kommt der Verfassungsschutz zu dem Ergebnis, dass "durch die Ähnlichkeit im Erscheinungsbild die AN nicht nur für Außenstehende kaum noch von ihrem linken Pendant zu unterscheiden sind". Dadurch gelinge es diesen Aktivisten immer wieder, "sich in den Kiezen, an Trefforten und sogar in Szenelokalen des politischen Gegners konspirativ zu bewegen".