Abkürzung

Zwei Männer von Zügen in Wedding erfasst

Drei junge Männer haben am frühen Sonntagmorgen eine folgenschwere Entscheidung getroffen: Weil sie offenbar eine Abkürzung nehmen wollten, liefen sie an den Gleisen zwischen den Bahnhöfen Wedding und Gesundbrunnen entlang.

Zwei der Männer wurden von einem Regionalexpress sowie einer S-Bahn angefahren und dabei schwer verletzt.

Nach Angaben der Bundespolizei waren die beiden 18-Jährigen und ein 20-Jähriger auf dem Weg nach Hause. Vom Bahnhof Westhafen liefen sie die Gleise entlang. Als sie den Bahnhof Wedding durchquert hatten, wurde einer der 18-Jährigen gegen 6.50 Uhr auf der Strecke von einem Regionalexpress erfasst. Als ihm die anderen beiden helfen wollten, wurde der andere 18-Jährige von einer S-Bahn erfasst. Ihr 20-jähriger Freund rief daraufhin den Notruf. Die beiden Verletzten wurden sofort in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr besteht nicht. Der 20-Jährige erlitt einen Schock. Der Zugverkehr auf der Strecke wurde umgehend unterbrochen.

Laut Bundespolizei-Sprecher Thorsten Peters sei der Unfall noch glimpflich ausgegangen. "Die drei hatten Glück gehabt, dass sie nicht zu Tode gekommen sind", so Peters. Zwischen den Bahnhöfen Wedding und Gesundbrunnen verlaufen die vier Gleise der S-Bahn sowie des Regionalexpresses oberirdisch über einer Brücke. Links und rechts sind die Gleise von Schallschutzwänden umgeben. Daher sei es fast unmöglich, auf der engen Strecke einem Zug auszuweichen, so Peters weiter. Zudem seien die Bremswege der Bahnen lang und die Streckenführung an vielen Stellen unübersichtlich. Nach Informationen dieser Zeitung sollen alle drei betrunken gewesen sein, daher war ihnen offenbar nicht bewusst, welcher Gefahr sie sich aussetzten.