Treptow-Köpenick

Ex-Stadträte verlassen nach Streitigkeiten ihre BVV-Fraktionen

Zwei frühere Stadträte in Treptow-Köpenick sind aus ihren Fraktionen in der Bezirksverordneten-Versammlung ausgetreten.

Der langjährige Schul- und Jugenddezernent Dirk Retzlaff bestätigte, dass er die SPD-Fraktion und die Partei verlasse. "Ich habe da nichts mehr zu suchen", sagte er der Berliner Morgenpost am Montag. "Da ist soviel Unehrlichkeit, das ist nicht mein Ding." Seine Arbeit sei in der Fraktion und der Partei nicht geschätzt worden. Er habe nach Gründen gefragt und keine Antworten bekommen, sagte Retzlaff.

Der Köpenicker war 2001 aus der PDS ausgetreten und in die SPD gewechselt. "Wir sind überrascht, dass er die Brocken hinschmeißt", sagte der SPD-Fraktionschef in der BVV, Matthias Schmidt. Man werde in der Fraktion darüber beraten und das Gespräch mit Retzlaff suchen. Dirk Retzlaff war von 1992 bis 2000 Sport- und Kulturstadtrat der PDS in Köpenick und saß für die SPD von 2006 bis 2011 im Bezirksamt Treptow-Köpenick. Er werde künftig wieder als Lehrer an der Gemeinschaftsschule Grünau arbeiten, sagte der 52-Jährige. In der BVV werde er als Einzelverordneter bleiben.

Auch der frühere Umweltstadtrat der Linken, Michael Schneider (58), hat Ende 2011 seine BVV-Fraktion verlassen und behält sein Mandat. Zur Begründung habe er angeführt, dass die Art des Umgangs mit ihm eine weitere Zusammenarbeit unmöglich mache, hieß es aus der Fraktion. Schneider war von 2001 bis 2011 Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister.

Er wurde für die Wahl des neuen Bezirksamtes im Herbst 2011 nicht mehr aufgestellt. Stattdessen nominierte die Linke ihren Bezirkschef Marko Tesch, der in fünf Wahlgängen scheiterte.