Denkmal

Zöllner wechselt in den Vorstand der Einstein-Stiftung

Jürgen Zöllner (SPD) hatte sich gerade erst als Senator für Bildung und Wissenschaft verabschiedet - und schon meldet er sich in der Wissenschaft wieder zurück.

Vom 1. Januar an wird Zöllner Vorstandsmitglied der von ihm als Senator gegen viel Widerstand eingeführten Einstein-Stiftung. Zöllner sei einstimmig vom Stiftungsrat ernannt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch die Personalie ruft Kritik hervor: "Zöllner baut sich ein Denkmal und zieht dann selber ein. Das ist schon etwas seltsam", kommentiert die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Anja Schillhaneck, die Ernennung des Ex-Senators zum Vorstandsmitglied. Die Einstein-Stiftung sei seine Schöpfung, nun sei er verantwortlich für die Überwachung der Geschäftsführung und die Aufstellung der Haushaltspläne. Die Grünen hatten das Konstrukt der Einstein-Stiftung von Anfang an kritisiert. Lieber solle man die Universitäten so ausstatten, dass sie nach eigenem Ermessen Spitzenforschung fördern können, so Schillhaneck. Auch die Hochschulen selbst sehen die Einstein-Stiftung skeptisch und haben die Förderung der Spitzenforschung nur widerwillig abgegeben.

Amélie Mummendey, Vorsitzende des Stiftungsrates, lobt hingegen Zöllners Durchsetzungsfähigkeit und visionäre Kraft. Seine langjährige Erfahrung in der Wissenschaftspolitik werde dazu beitragen, die Stiftung als Partner der Berliner Hochschulen und der Charité zu etablieren. "Einen Beitrag dafür zu leisten, dass in Berlin die Spitzenforschung institutionsübergreifend gefördert und sichtbar gemacht wird, gehört zu dem Schönsten, was ich mir vorstellen kann", sagt Zöllner.

Hochdotiert ist Zöllners neuer Posten in der Stiftung jedoch nicht. Für die ehrenamtliche Arbeit gibt es lediglich eine Aufwandsentschädigung. Erst 2010 hatte er sich als Senator aus dem Stiftungsvorstand zurückziehen müssen - wegen der zu großen Nähe von Behörde und Stiftung hatte es massive Kritik gegeben.

Die Einstein-Stiftung soll die Spitzenforschung in Berlin fördern und hochkarätige Wissenschaftler für den Standort begeistern. Mit Zöllner besteht der Vorstand nun aus fünf Mitgliedern.