Ausstellung

Mehr Besucher bei "Topographie des Terrors" in Kreuzberg

Das Interesse an den Gedenkstätten für die Opfer des Nazi-Terrors in Berlin ist im Jahr 2011 weiter gestiegen. Mit rund 800 000 Besuchern und einem Plus von 60 Prozent wird die "Topographie des Terrors" sogar einen neuen Rekord verzeichnen, teilte die gleichnamige Stiftung jetzt mit.

Der deutliche Anstieg beim Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Gestapo-Gelände geht nicht zulasten der anderen Gedenkstätten in der Stadt.

So kamen in den unterirdischen "Ort der Information" des benachbarten Holocaust-Mahnmals wie schon in den Vorjahren 460 000 Besucher. Gerade in den Sommermonaten ist dort mit Wartezeiten zu rechnen. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock verzeichnete mit knapp 120 000 Besuchern und einem Anstieg von 4,5 Prozent ebenfalls einen neuen Rekord. Bei der Blindenwerkstadt Otto Weidt am Hackeschen Markt, wo in der NS-Zeit versteckte Juden Arbeit fanden, ergab sich mit 63 000 Besuchern sogar ein Plus von acht Prozent. In das etwas abgelegene Haus der Wannseekonferenz kamen wie in den Vorjahren mehr als 100 000 Besucher. Rund ein Drittel wird durch mehrstündige Seminare oder Gespräche im Anschluss an Führungen pädagogisch betreut. Die Hälfte aller Besucher stamme aus dem Ausland, hieß es vonseiten der Gedenkstätte. In der Wannseevilla waren bei einer Zusammenkunft von 15 NS-Spitzenbeamten am 20. Januar 1942 die organisatorischen Details für den Holocaust an den Juden Europas besprochen worden.

Bei der Topographie des Terrors kamen nach Angaben der gleichnamigen Stiftung rund zwei Drittel der diesjährigen Besucher von außerhalb Berlins, davon wiederum mehr als 70 Prozent aus dem Ausland. Mit rund 15 000 Schülern hätten angemeldete Klassenführungen nur zu einem kleinen Teil zum Besucherrekord beigetragen. Das noch einmal stark gestiegene Interesse führt die Stiftung vor allem auf die Vorzüge des neuen Hauses gegenüber einer reinen Open-Air-Ausstellung zurück. Gerade im Winter gebe es jetzt für die Besucher die Möglichkeit, sich aufzuwärmen oder eine Pause einzulegen, sagte der Pressesprecher.