Weihnachtsansprache

Diese Nachricht ist eine gute Nachricht

Als Jesus geboren wurde, gab es keine Zeitungen. Die Nachricht verbreitete sich nicht über Agenturen, Facebook oder die Berliner Morgenpost, sondern über die Engel. Sie sind nicht Dekoration oder niedliches Zubehör in der Krippe, sie verkünden die Botschaft von Weihnachten und zwar zunächst den Hirten auf dem Feld.

"Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt" (LK 2,11f.). Und sie verbreiten nicht nur die Nachricht, sie kommentieren sie auch: Diese Nachricht ist eine gute Nachricht, Gott ist dafür zu preisen, und den Menschen wird sie Friede bringen: "Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade"(LK 2,14).

Papst Benedikt XVI., der uns in diesem Jahr in Berlin besucht hat, hat diesen Gesang der Engel in einer Betrachtung über das Weihnachtsfest als den Kern von Weihnachten herausgestellt. "Friede auf Erden - das ist das Ziel von Weihnachten. Aber das Lied der Engel setzt dem ein erstes voraus, ohne das auf Dauer Friede nicht sein kann: die Ehre Gottes. Das ist die Friedenslehre von Bethlehem: Friede der Menschen kommt aus der Ehre Gottes. Wem es um die Menschen und um ihr Heil zu tun ist, der muss zu allererst um die Ehre Gottes besorgt sein."

Wir sind deshalb an Weihnachten eingeladen, schweigend vor diesem Kind niederzuknien, es anzuschauen und anzubeten als unseren Retter und Erlöser, in dem "die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes erschienen ist". Wir sind eingeladen, uns die Augen unserer Herzen öffnen zu lassen, um zu erkennen, was Gott an uns und für uns getan hat. Wir sind eingeladen, Gott die Ehre zu geben, damit der Mensch Mensch werden kann. Weihnachten erinnert uns, durch unser Leben kundzutun: Gott ist in unserer Mitte. Er hat uns und seine Welt nicht vergessen, da er doch selbst einer von uns geworden ist. So sehr dürfen wir uns von ihm geliebt wissen, so wichtig ist ihm ein jeder von uns, dass er für mich und um meines Heiles willen Fleisch angenommen hat.

"Wem es um die Menschen und um ihr Heil zu tun ist, der muss zu allererst um die Ehre Gottes besorgt sein", schreibt der Papst. Weihnachten drängt uns dazu, Gott die Ehre zu geben, ihn zu loben und zu preisen und für ihn Zeugnis zu geben. Die Hirten machen es uns vor: Sie hören die Botschaft der Engel, gehen nach Bethlehem zur Krippe, kehren zurück und "rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten".

"Friede auf Erden - das ist das Ziel der Weihnacht", schreibt der Heilige Vater. Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen und auf den Frieden warten. Der Blick in die weihnachtliche Krippe ermutigt uns vielmehr, zu Tätern dieses göttlichen Friedens zu werden. Weihnachten will gelebt werden. Weihnachten fordert uns auf, die Ärmel hochzukrempeln und uns für diesen Frieden einzusetzen: im Familien- und Freundeskreis, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz. Weihnachten fordert uns auf, uns einzusetzen für einen sozialen und gerechten Frieden, für ein friedliches Miteinander der Kulturen, Religionen und Ethnien in unserer Stadt und für einen Frieden in unseren Herzen, den wir nicht gut finden können, so lange soziale Ungerechtigkeit herrscht.

So wünsche ich Ihnen von Herzen ein gesegnetes, gnadenreiches und friedvolles Weihnachtsfest und viel Freude über die Menschwerdung Gottes, die uns drängt zum Zeugnis des Glaubens und zu tätiger Nächstenliebe.