Info

Warten auf die S-Bahn: Chronologie der Krisen

Krise Seit mehreren Jahren macht die Berliner S-Bahn durch Ausfälle, Notverkehr und Pannen Schlagzeilen. Eine Chronologie der Krise.

2009 Bei Frost bis zu minus 20 Grad fallen in der ersten Januar-Woche 2500 von 15 000 geplanten Fahrten aus, zahllose Züge kommen zu spät. Hauptgrund sind eingefrorene Fahrsperren, die zuvor nicht ausreichend gewartet wurden. Am 1. Mai entgleist in Kaulsdorf ein mit Fahrgästen besetzter Zug. Grund ist ein Radbruch. Am 30. Juni zieht das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) aus Sicherheitsgründen ein Drittel der Wagenflotte aus dem Verkehr, weil die S-Bahn zugesagte Prüffristen nicht eingehalten hat. Zwei Tage später wird die gesamte Geschäftsführung um Tobias Heinemann abgelöst. Am 7. September erreicht die Krise ihren Höhepunkt. Weil Bremsen nicht gewartet wurden, legt das EBA drei Viertel der Flotte still.

2010 Das Jahr beginnt mit einem zweiten Winterchaos. Diesmal fallen Fahrmotoren aus. Im Sommer sind es dann Klimaanlagen, die den Dienst versagen. Neue Sicherheitsauflagen für die Bremsen sorgen dafür, dass ab Oktober ein weiterer Notfahrplan gilt. Mit dem Wintereinbruch am 3. Dezember kommt das dritte Winterchaos. Einen Monat später werden nach mehr als 1000 Antriebsstörungen mehrere Streckenabschnitte zeitweise nicht mehr befahren.

2011 Zum Jahresanfang gilt ein "Schleichfahrplan" mit Tempolimit. Langsam verbessert sich der Betrieb im Jahresverlauf, doch kleinere Technikprobleme sorgen immer wieder für Rückschläge. Im Mai legt ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Ostkreuz die Stromversorgung für den Fahrbetrieb lahm. Signal- und Kommunikationskabel werden zerstört. Im Oktober kommt es zu Einschränkungen durch Brandanschläge. Mehrere Brandsätze zünden.