Schulkonferenz

Schüler bewerten Lehrer

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Lange ist darüber gestritten worden, ob die Berliner Schulen ihre Inspektionsberichte veröffentlichen müssen oder nicht. Die neue Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wird nun voraussichtlich noch in diesem Monat eine Verordnung unterzeichnen, die die Schulen dazu verpflichtet.

Das bestätigte ihre Pressesprecherin Beate Stoffers. Zu dieser Verordnung gehört auch, dass sich alle Lehrer künftig von ihren Schülern bewerten lassen müssen. Beide Maßnahmen sind Teil des Qualitätspakets, das der bisherige Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) im Mai dieses Jahres vorgestellt hat.

Bei der Veröffentlichung der Inspektionsberichte will die Bildungsverwaltung allerdings weniger stringent vorgehen, als bisher geplant. So soll die Schulkonferenz der jeweiligen Schule - das Gremium besteht aus Lehrern, Eltern und Schülern - mit einer Zweidrittelmehrheit entscheiden dürfen, ob der Bericht sofort ins Netz gestellt wird. Spricht sich das Gremium dagegen aus, veröffentlicht die Bildungsverwaltung vier Monate nach Fertigstellung des Berichts eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse. Dabei kann die jeweilige Schule gleich hinzufügen, welche Maßnahmen sie bereits ergriffen hat, um Probleme zu beheben.

Ist die Verordnung in Kraft, müssen sich alle Lehrer mindestens einmal in zwei Jahren von ihren Schülern über ein entsprechendes Internetportal bewerten lassen. Die Auswertung ist absolut vertraulich und nur dem Lehrer selbst zugänglich. Die Schüler füllen entsprechende Fragebögen am Computer anonym aus. Dabei bewerten sie beispielsweise, ob der Stoff verständlich vermittelt wird.

Der Vorsitzende der Vereinigung der Berliner Schulleiter, Paul Schuknecht, begrüßte beide Maßnahmen, betonte aber, dass der Begriff Lehrerbewertung falsch sei. "Schüler können einen Lehrer nicht bewerten, das wäre eine Anmaßung", sagte er. Schüler könnten dem Lehrer aber eine Rückmeldung geben, die ihm zeigt, wie sein Unterricht wahrgenommen wird. "Das ist ein kluges Verfahren", so Schnuknecht. Er forderte die Schulleiter zudem auf, die Möglichkeit zu nutzen, die Veröffentlichung ihrer Inspektionsberichte zu kommentieren: "So kann zum Beispiel eine unzureichende Personalausstattung die Ursache für bestimmte Probleme sein. Das sollten die Eltern wissen."