Zweiter Advent

Handel hofft auf hohen Umsatz am verkaufsoffenen Sonntag

Kein Schneesturm, keine sibirische Kälte sind am 4. Dezember zu erwarten, sondern milde Temperaturen bis zu acht Grad und ein bisschen Regen. Damit sind für den zweiten Advent ideale Bedingungen für einen Einkaufsbummel gegeben. Von Köpenick bis Spandau, von Pankow bis Zehlendorf öffnen die Einkaufszentren, viele Fachmärkte und Lebensmittelmärkte um 13 Uhr.

Bereits um 18 Uhr schließen das Schloss in Steglitz, die Gropius Passagen in Neukölln und der Tempelhofer Hafen. Bis 20 Uhr kann man im Alexa und in der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz, in den Potsdamer Platz Arkaden, im KaDeWe an der Tauentzienstraße und im Gesundbrunnencenter einkaufen.

Es ist berlinweit ein verkaufsoffener Sonntag - er soll den Händlern den großen Umsatz bescheren. "Es könnte der Tag sein, an dem der Knoten platzt und das Weihnachtsgeschäft in Schwung kommt", sagt Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg ( www.hbb-ev.de ). Der zweite und vierte Advent, beide verkaufsoffen, seien für den Berliner Einzelhandel die wichtigsten Tage im Jahr. Die Voraussetzungen für hohen Umsatz seien gegeben. "Die Stadt ist gut besucht und gut beleuchtet", so Busch-Petersen. "Aber etwas kälter sollte es sein." Bei 12 Grad, so der Verbandschef, ließen sich Wintermützen nur schwer verkaufen. Auch Detlef Steffens, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof Alexanderplatz, wünscht sich tiefere Temperaturen, denn "Handschuhe, Schals und Winterschuhe laufen nicht". Anders als vor einem Jahr, als die Straßen in Berlin schon schneebedeckt waren und die Temperaturen weit unter Null Grad lagen. "Der zweite Advent wird im Zeichen des Nikolaus stehen", sagt Steffens. Kassenschlager werden erfahrungsgemäß Süßigkeiten, Spielsachen, Parfüms und Strümpfe sein. Der Standort Alexanderplatz profitiere von den benachbarten Weihnachtsmärkten, die Touristen und Berliner anziehen, so Steffens.

Wie schon 2010 werden die Geschäfte auch am 4. Advent öffnen. Am 1. und am 3. Advent bleiben sie geschlossen, anders als in früheren Jahren. Denn 2009 wurde das Berliner Ladenschlussgesetz geändert, weil die Kirchen wegen Störung der Sonntagsruhe geklagt und Recht bekommen hatten. "Der Umsatz der zwei Sonntage geht dem Handel verloren", kritisiert Geschäftsführer Steffens vom Kaufhof Alexanderplatz. Doch Berlins evangelischer Landesbischof Markus Dröge mahnt: "Die Adventssonntage sind Ruhepunkte und Zeit zum Innehalten." Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts sei ein Kompromiss, sodass an zwei Sonntagen auch die Beschäftigten im Handel die Zeit genießen könnten. "Der Advent ist die Zeit der Vorfreude auf das Weihnachtsfest und nicht der Umsatzrekorde", so Dröge.