Berliner helfen

Spiele und Laptops für Kinder auf der Dialyse-Station

Massimo wird unruhig. Seit zwei Stunden ist sein kleiner Körper nun schon über einen Schlauch im Bauch an das Dialyse-Gerät angeschlossen. Mehrere Bilderbücher sind ausgelesen und Mama muss sich etwas einfallen lassen, um den Zweijährigen weiter bei Laune zu halten. "Aber er hat keine Schmerzen und jammern tut er auch nicht, er kennt es ja nicht anders", sagt seine Mutter Christina Cubin.

Drei bis vier Mal die Woche kommt sie mit ihrem Sohn zur Blutwäsche auf die Kinderdialyse-Station des Virchow-Klinikums, die jeweils vier bis fünf Stunden dauert. Bis für den Zweijährigen eine geeignete Spenderniere gefunden ist, könnten zwei bis drei Jahre vergehen. "Manche Patienten warten fünf Jahre", sagt Ingrid Hirte. Als Psychologin der Station kümmert sie sich um die Ängste der Kinder und Eltern und die seelische Belastung durch die Nierenkrankheit. "Die Dialyse bedeutet großen Stress für Kreislauf und Psyche", betont Ingrid Hirte. Für die kleinen Patienten wie Massimo hat sie einen speziellen "Operations-Teddy" mit Reißverschlüssen an Armen und Beinen und Organen zum Herausnehmen. Unter den jugendlichen Patienten kommen viele zur Nachtdialyse: sie kommen abends zum Schlafen auf die Station und werden acht Stunden lang an das Dialysegerät angeschlossen. "Das ist medizinisch besser, geht aber erst ab einem gewissen Alter", sagt Ingrid Hirte. 40 bis 50 Kinder die bereits eine Spenderniere erhalten haben, werden auf der Station ambulant versorgt.

Als Mitglied des Elternvereins Nierenkranker Kinder und Jugendlicher, Dialyse-Kinder e.V., sorgt sie auf der Station auch für Hilfe zur Selbsthilfe. "Während der vielen Stunden, die die Kinder an den Geräten oder zur Transplantations-Nachbehandlung hier verbringen ist Ablenkung und Beschäftigung natürlich besonders wichtig", betont die Charité-Psychologin. Ihr Wunsch im Rahmen der "Schönen Bescherung": zwei Laptops, auf denen DVDs abgespielt werden können und die älteren Kinder während der Dialyse im Internet surfen, chatten oder für die Schule arbeiten können. Auch über eine Bescherung mit schönen Bilderbüchern, Gesellschaftsspielen und neuen Puppenhaus-Möbeln für das Spielzimmer würden sich die Dialyse-Kinder freuen.