Gesundheit

Ärztefunktionäre der KV Berlin unter Betrugsverdacht

Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin haben möglicherweise zu Unrecht mehr als eine halbe Million Euro aus Mitteln der Körperschaft kassiert.

Nach Recherchen des ARD-Magazins "Kontraste" sollen Angelika Prehn, Uwe Kraffel und Burkhard Bratzke im Frühjahr 2011 eine Summe von 549 000 Euro als "Übergangsentschädigung" erhalten haben.

Eine solche Auszahlung ist nur dann vorgesehen, wenn die Ärzte nach dem Ausscheiden ihre bisherige ärztliche Tätigkeit hauptberuflich fortführen, heißt es aus der "Kontraste"-Redaktion. Die drei KV-Vorstände praktizierten aber nur nebenberuflich, so "Kontraste". Die Berliner Gesundheitsverwaltung leitete diese Woche eine aufsichtsrechtliche Prüfung ein. "Die KV muss eine Stellungnahme dazu abgeben", sagte Sprecherin Regina Kneiding. Juristen würden dann prüfen, ob gegen geltendes Recht verstoßen wurde.

Die KV Berlin, in der über 8000 niedergelassene Ärzte pflichtversichert sind, weist alle Anschuldigungen zurück. "Die Behauptungen, die Kontraste aufstellt, sind falsch", sagte eine Sprecherin. Eine persönliche Stellungnahme lehnten die beschuldigten Vorstände ab.