Internationale Bauausstellung

Senatsbaudirektorin: Ernst-Reuter-Platz ein Fall für die IBA 2020

Der Charlottenburger Ernst-Reuter-Platze soll als Projekt in die Internationale Bauausstellung Berlin aufgenommen werden.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher kündigte dies auf der ersten Standortkonferenz am Mittwochabend an. 100 000 Euro soll es zur Neuentwicklung verschiedener Konzepte geben. Die IBA findet 2020 in Berlin statt, zu den feststehenden Projekten zählen auch die Umgestaltung der Flughäfen Tempelhof und Tegel.

Rund 200 Menschen, darunter Stadtplaner, Hauseigentümer und Wissenschaftler des Campus Charlottenburg, waren zur ersten Standortkonferenz in die Technische Universität gekommen. Der Ernst-Reuter-Platz, bekannt für seine verkehrsumtoste Mittelinsel, wurde in den 60er-Jahren gestaltet. Grünfläche und einrahmende Hochhausbauten sind denkmalgeschützt. Der Platz soll für Investoren und Berliner attraktiver werden, bisher gilt er als fußgängerfeindlich und zu wenig urban, ganze Bürogebäude stehen leer.

Als besonderer Gast nahm Edzard Reuter, Sohn des ersten Berliner Bürgermeisters und ehemaliger Daimler-Chef, teil. Das Thema bewege ihn seit 20 Jahren. "So wie der Platz jetzt aussieht, wird er dem Namen meines Vaters nicht gerecht", sagt Reuter. Der Platz dürfe nicht allein für rein technokratische Funktionserfüllung stehen. "Der Denkmalschutz darf nichts Verhärtendes sein, Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft müssen möglich sein", forderte Reuter.

Lüscher wies die Forderung zurück, sie will den Denkmalschutz keinesfalls außer Kraft setzen. "Die Nachkriegsmoderne muss geschützt werden, die Defizite des Platzes könnten auch denkmalkonform beseitigt werden", ist sie sich sicher.

Arbeitsteams sollen sich nun bilden und in den nächsten Wochen die Grundlage für städtebauliche, architektonische und andere Ideenwettbewerbe rund um den Ernst-Reuter-Platz legen. Erste Ergebnisse sollen Mitte 2012 auf der nächsten Standortkonferenz präsentiert werden.

( ij )