Gewalt

Ausschreitungen bei Demonstration gegen Rechtsextremisten

Bei einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in Berlin ist es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden nach ersten Angaben der Polizei etwa 80 Beamte leicht verletzt. Drei Polizisten mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Mehr als 1500 Teilnehmer zogen am Sonnabendnachmittag, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot, vom Kottbusser Tor zum Bahnhof Jannowitzbrücke. Dort wurde die Veranstaltung vom Anmelder vorzeitig als beendet erklärt, nachdem von Teilnehmern Steine und extrem laute Böller auf Polizisten geworfen worden waren. Etliche Beamte erlitten Knalltraumata. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Zahlreiche Randalierer wurden festgenommen; die genaue Zahl stand am Abend noch nicht fest.

Unter den Demonstranten befanden sich laut Polizei auch kurdische Gruppen, deren für dieses Wochenende geplante Kundgebung in Berlin vom Verwaltungsgericht untersagt worden war, da die Richter Propaganda für die als Terrororganisation eingestufte PKK befürchteten. Tatsächlich enthüllten Kurden, die sich unter die Demonstranten gegen Rechtsextremismus gemischt hatten, Transparente mit Symbolen der verbotenen PKK, woraufhin die Polizei einschritt.

Zu der Kurden-Demo waren ursprünglich 30 000 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet worden. Trotz des Verbotes reisten am Sonnabend kurdische Demonstranten in mehreren Bussen an, wurden größtenteils jedoch schon am Berliner Stadtrand von der Polizei erwartet und zurückgeschickt. Die Polizei war im gesamten Stadtgebiet mit 2000 Beamten im Einsatz.