Brandstiftungen

Wieder acht Autos in einer Nacht angezündet

In Berlin sind erneut acht Autos in Flammen aufgegangen. Allein sechsmal brannte es in der Nacht zu Sonnabend in Lichterfelde, zwei weitere Fahrzeuge traf es in Reinickendorf und Tiergarten.

In Lichterfelde nahm die Polizei kurz nach der Tat zwei Männer als mögliche Brandstifter fest, der Verdacht bestätigte sich nach Angaben einer Polizeisprecherin allerdings nicht, beide wurden am Sonnabend wieder freigelassen. Mit den Bränden in der Nacht zu Sonnabend stieg die Zahl der in diesem Jahr in der Hauptstadt zerstörten oder beschädigten Fahrzeuge durch Brandstifter auf mehr als 630. In etwa einem Drittel aller Fälle geht die Polizei von einem politischen Motiv aus.

In der Nacht hatte eine Anwohnerin des Jenbacher Wegs in Lichterfelde gegen 3 Uhr zwei brennende Pkw bemerkt und daraufhin sofort Polizei und Feuerwehr alarmiert. Beide Fahrzeuge, ein Ford und ein Renault, brannten vollständig aus, bevor die Löschkräfte eintrafen. Ein weiteres, ebenfalls angezündetes Fahrzeug wurde durch die Flammen stark beschädigt. Insgesamt hatten die Täter am Jenbacher Weg offenbar innerhalb kürzester Zeit sechs Pkw angezündet, bei dreien erloschen die Flammen von selbst.

In unmittelbarer Nähe des Tatortes entdeckten Polizeibeamte zwei 18 und 19 Jahre alte Männer. Da beide Spuren von Ruß an den Händen hatten, wurden sie unter dem Verdacht der Brandstiftung vorläufig festgenommen. In den Vernehmungen durch Beamte des Staatsschutzes konnte der Verdacht allerdings nicht erhärtet werden. Die Beweislage reichte für eine Vorführung beim Haftrichter nicht aus, die Ermittlungen werden allerdings weitergeführt", sagte eine Polizeisprecherin am Sonnabend.

Etliche Stunden vor der Serienbrandstiftung in Lichterfelde schlugen Unbekannte auch in Tiergarten und Reinickendorf zu. Am Freitagabend gegen 20 Uhr wurde am Schleswiger Ufer ein am Straßenrand geparkter Pkw Kia von Unbekannten in Brand gesetzt. Eine Passantin bemerkte das Feuer und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Die Täter entkamen unerkannt. Um kurz nach 1 Uhr ging am Wilhelmsruher Damm in Reinickendorf ein weiterer Pkw VW in Flammen auf, das Fahrzeug brannte vollständig aus, ein Übergreifen des Feuers auf weitere in unmittelbarer Nähe abgestellte Fahrzeuge konnte verhindert werden.

Damit geht die Serie der Autobrandstiftungen trotz deutlich erhöhter Polizeipräsenz und massiver Unterstützung der Berliner Beamten durch Kräfte der Bundespolizei weiter. Allein in den vergangenen zwei Wochen brannten knapp zwei Dutzend Fahrzeuge. Die einzig positive Entwicklung für die Polizei ist die in den vergangenen Wochen deutlich gestiegene Zahl der Hinweise aus der Bevölkerung zu Taten und Tätern.

Zurzeit sitzen vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Am vergangenen Wochenende wurde ein Mann nach Autobrandstiftungen in Hohenschönhausen zunächst festgenommen, dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Mitte der Woche wurde dann nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft doch Haftbefehl erlassen.