Verkehr

Unfallfahrer sorgt für lange Staus auf der Stadtautobahn

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Wieder einmal ein ärgerlicher Fall aus der Kategorie "kleine Ursache - große Wirkung". Weil ein Autofahrer auf der Stadtautobahn in eine Leitplanke gefahren war, sind am Dienstagmorgen Zehntausende Berliner und Brandenburger zu spät zur Arbeit gekommen. Der Unfall, bei dem es laut Polizei keine Verletzten gab, ereignete sich um 5.30 Uhr am Autobahndreieck Funkturm.

Weil Benzin und Öl aus dem Unglücksauto lief, sperrten die Beamten zwei der drei Fahrspuren. Der Engpass sorgte für einen kilometerlangen Rückstau auf der A 100, der um 7 Uhr bis nach Schöneberg reichte. Als schließlich die Warteschlange immer länger wurde, ließ die Verkehrslenkung Berlin von 7.24 Uhr bis 8.06 Uhr auch noch den Tunnel Britz schließen. Auch die Nebenstraßen waren hoffnungslos verstopft. Autofahrer berichteten über Verspätungen von bis zu einer Stunde.

"Das war aus Sicherheitsgründen erforderlich", begründete Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung, die Vollsperrung des Tunnels sowie mehrerer Zufahrten. Eine Sperrung sei immer dann erforderlich, wenn der Stau auf der Stadtautobahn bis in die Tunnelröhren hineinreiche. Mit der Sperrung sollen gefährliche Auffahrunfälle verhindert werden, zum anderen bestehe Vergiftungsgefahr, wenn im Tunnel Hunderte Autos mit laufendem Motor stehen.

Probleme am Tunnel

Der im Juli 2000 eröffnete Tunnel Ortskern Britz ist in der Vergangenheit wiederholt zum Nadelöhr geworden. Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung musste Berlins längster Autotunnel im Vorjahr 69-mal in einer oder in beiden Richtungen voll gesperrt werden. Das bedeutet einen Anstieg von mehr als 23 Prozent gegenüber 2009 (56 Vollsperrungen). Einzelne Fahrstreifen sowie die Zufahrten waren den Angaben zufolge in 227 Fällen und damit fast doppelt so oft zeitweilig gesperrt wie im Jahr zuvor. Besonders deutlich war die Zunahme der Tunnel-Schließungen wegen hohen Verkehrsaufkommens. Diese Zahl stieg von 21 im Jahr 2009 auf 43 im Vorjahr. Die Zahl der Sperrungen wegen Unfällen erhöhte sich von elf auf 14. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich für die Tunnel auf der A 113 ab, die seit Mai 2008 die Stadtautobahn in Richtung Flughafen Schönefeld weiterführt. Dort erhöhte sich die Zahl der Sperrungen von 153 auf 206.

Erst vor Kurzem hatte der Lufthansa-Manager Thomas Kropp auf die Störanfälligkeit der Stadtautobahn hingewiesen. Als eine der Ursachen dafür hat er den Schwerlastverkehr auf der Stadtautobahn ausgemacht. Die Lkw-Fahrer würden auf ihrem Weg von Hamburg nach Osteuropa aus Kostengründen häufig quer durch Berlin fahren. Kropp forderte vom Senat eine Gegenstrategie.

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