Berliner helfen

"Schöne Bescherung" für Berliner Kinder

In sechs Wochen ist Heiligabend. Bald beginnt in vielen Familien die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest: Geschenke kaufen, Terminabsprachen, Weihnachtsbaum besorgen - der übliche "Weihnachtsstress" für Erwachsene. Für Kinder eine Zeit der Vorfreude, mit dem Besuch eines Weihnachtsmarktes, Plätzchen backen und Baumschmuck basteln.

Jedenfalls wenn Kinder das Glück haben, in der Geborgenheit einer Familie oder bei einem Elternteil aufzuwachsen, das sich um sie kümmert und für sie sorgt. In den sozialen Brennpunkten Berlins haben aber viele Kinder und Jugendliche nicht dieses Glück.

Um auch diesen Kindern eine schöne Advents- und Weihnachtszeit zu bereiten, startet die Berliner Morgenpost mit ihrem Verein Berliner helfen zum neunten Mal die Aktion "Schöne Bescherung". In der Zeit von Mitte November bis Weihnachten stellen wir Vereine, soziale Einrichtungen und Kiez-Initiativen vor, die Kindern helfen, sich in schwierigen sozialen Verhältnissen zu behaupten. Viele dieser Kinder- und Jugendeinrichtungen sind aus privater Initiative entstanden und werden durch ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement aufrechterhalten. Die meisten bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung vom Staat und sind allein auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Wie zum Beispiel der Verein Straßenkinder, der seit elf Jahren obdachlose Jugendliche am Alexanderplatz versorgt und versucht, sie von der Straße zu holen. Im vergangenen Frühjahr hat der Verein mit Unterstützung von Berliner helfen das Kinderhaus Bolle in Marzahn eröffnet, einen Flachbau inmitten von hohen Plattenbau-Häusern. Das Haus ist zu einer Anlaufstelle für täglich etwa 100 Grundschüler der Umgebung geworden, die nachmittags ansonsten sich selbst überlassen wären. "Viele Eltern hier interessiert es nicht, ob ihr Kind etwas zu essen bekommt und was es den ganzen Tag macht", erzählt der Gründer des Hauses, Ekkehard Baumann. Im Haus Bolle gibt es nach der Schule ein warmes Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben und unter Aufsicht von Erziehern und Sozialpädagogen sinnvolle Beschäftigung mit Büchern und Computern oder Austoben im Garten oder im Tobezimmer. Ekkehard Baumann versteht sein Haus als Bildungseinrichtung und als Möglichkeit, den Kindern Wertschätzung und Werte zu vermitteln. "Wir sind kein Bespaßungsservice. Wir wollen diese Kinder zum Lernen motivieren, ihren Ehrgeiz wecken, etwas aus sich zu machen", sagt er. Das Kinderhaus Bolle wünscht sich Spenden, um das neue "Bildungshaus" im Garten mit Strom und Internetanschluss zu versorgen.

Einen Ausgleich zu mangelnder Fürsorge im Elternhaus will auch Gertrud Meyer schaffen. Sie bereitet ehrenamtlich mit ihren Helfern zweimal die Woche Frühstück in zwei Reinickendorfer Grundschulen zu. "Sie glauben nicht, wie viele Kinder ohne Frühstück oder Pausenbrot in die Schule kommen, da kann man doch nicht lernen!", sagt die energische 69-Jährige. Die Frühstückstische deckt sie mit weißen Tischdecken und hübschem Geschirr. "Ihre" Kinder freuen sich schon auf ein ganz besonderes Erlebnis im Rahmen der Aktion "Schöne Bescherung": Die Reederei Riedel lädt wieder zwei Dutzend Kinder zum Plätzchenbacken auf dem Wasser ein - auf das festlich geschmückte Weihnachtsschiff unter professioneller Anleitung eines Kochs und einer Riesenauswahl an Zutaten und Förmchen. "Wir freuen uns schon darauf", sagt Martina Freise, die mit ihrem Mann Lutz Freise, Inhaber der Reederei Riedel, seit Jahren den Verein Berliner helfen unterstützen und eines ihrer Schiffe für die Weihnachtsaktion zur Verfügung stellen.

Auf Spenden angewiesen ist auch das Jonas-Haus in Staaken. In der von der Ärztin Angelika Bier und ihrem verstorbenen Mann gegründeten Einrichtung wird versucht, Kinder aus sozial schwachen Familien stark zu machen. "Sie sollen sich erwünscht und angenommen fühlen", sagt Angelika Bier, wozu für sie auch die Vermittlung christlicher Werte gehört. Im Jonas-Haus gibt es das, was es für viele Berliner Kinder zu Hause nicht gibt: regelmäßige warme Mahlzeiten, Förderung von Interessen wie Musizieren und Sport und vor allem Zeit und Zuwendung. Mit Ihrer Spende für die "Schöne Bescherung" können Sie dazu beitragen.

Sie glauben nicht, wie viele Kinder ohne Frühstück oder Pausenbrot in die Schule kommen

Gertrud Meyer versorgt Reinickendorfer Schüler mit Frühstück