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Was Eltern wissen müssen

Jül ist Regelfall In Berlin haben sich bisher 67 der 374 öffentlichen Grundschulen dazu entschlossen, wieder Jahrgangsklassen einzurichten. Damit bleibt das jahrgangsübergreifende Lernen in der Schulanfangsphase der Regelfall.

Jül-Light Jaqueline Lucke von der Elterninitiative gegen Jül, weist allerdings darauf hin, dass nicht wenige Schulen eine sehr vereinfachte Jül-Variante gewählt haben. Lucke spricht von "Jül-Light" und meint damit, dass diese Schulen nur in Fächern wie Musik, Sport oder Kunst die Jahrgänge mischen, die Hauptfächer aber in jahrgangshomogenen Gruppen unterrichten. "Die Schulen gelten nach außen zwar als Jül-Schulen, sind es de facto aber gar nicht", sagt Lucke. Von der Bildungsverwaltung sei das geduldet worden.

Wechselwunsch Eltern, die ihr Kind nicht in einer jahrgangsgemischten Klasse einschulen wollen, empfiehlt Jaqueline Lucke, sich am Tag der offenen Tür der für sie in Frage kommenden Einzugsschule genau über deren Angebote zu informieren. "Auf dem Anmeldebogen müssen die Eltern dann sehr gut begründen, weshalb jahrgangsgemischtes Lernen für sie nicht in Frage kommt und sie deshalb an eine andere Schule wechseln wollen", sagt Lucke. Die Schulaufsicht des jeweiligen Bezirks entscheidet dann über den Wechselwunsch.

Informationsrecht Die Sprecherin der Elterninitiativ gegen Jül fordert die Bildungsverwaltung in diesem Zusammenhang auf, die Namen der 67 Grundschulen zu veröffentlichen, die sich gegen die Jahrgangsmischung entschieden haben und vom kommenden Schuljahr an wieder Jahrgangsklassen einrichten werden. "Die Eltern haben ein Recht auf diese Information", sagt Lucke. Zumindest über die Situation in ihrem Wohnbezirk müssten sie aufgeklärt werden.

Elterninitiative Seit Jül mit dem Schulgesetz 2004 zum Regelfall gemacht wurde, wehren sich Eltern gegen diese Form des Unterrichts. Sie wollen selbst entscheiden können, nach welcher Methode ihre Kinder lernen. Ausgehend von der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Lichtenrade entstand 2006 eine Elterninitiative gegen Jül. "Als nächstes wollen wir dafür kämpfen, dass auch die Inklusion - das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder - freiwillig wird", sagt Lucke.