Kriminalität

Zahl der Einbrüche und Diebstähle drastisch gestiegen

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Dominik Ehrentraut

Die Kriminalität in Berlin steigt weiter. In den ersten neun Monaten dieses Jahres registrierte die Polizei rund 28 000 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 377 047 Straftaten angezeigt, ein Plus von rund acht Prozent.

Besonders drastisch ist nach wie vor die Zunahme von Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Die Polizei registrierte 2000 Einbrüche mehr als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres, was einem Plus von rund 35 Prozent entspricht. Damit verstärkt sich dieser Trend weiter. Bereits in den ersten acht Monaten dieses Jahres war die Zahl der Einbrüche um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die Täter nutzen nach Angaben der Polizei unter anderem häufig die Unachtsamkeit ihrer Opfer aus, die in Altbauten leben. Denn in den meisten Fällen ziehen die Täter einfach an Türriegeln oder öffnen unverschlossene Türen mit einer Kreditkarte. Oft gehen die Täter auch rabiat vor und hebeln Türen und Fenster einfach auf. In vielen Fällen seien die Sicherungsvorkehrungen veraltet oder gar nicht vorhanden, so die Polizei.

Gegen Einbrüche könne man sich laut Polizei mit relativ einfachen Sicherheitsvorkehrungen schützen. "Wenn es einem Einbrecher nach vier Minuten nicht gelingt, in die Wohnung oder das Haus einzudringen, gibt er auf", so der Sprecher. In vielen Fällen sind die Opfer zu leichtfertig, schließen Türen nicht ab oder sichern ihr Zuhause ungenügend gegen Einbrecher. In vielen Fällen gelingt es den Tätern, mit einer Plastikkarte eine unverschlossene Tür zu öffnen.

Auch gegen die zunehmenden Fälle von Taschendiebstählen, hier registriert die Polizei ein Plus von 17,5 Prozent, könne jeder Einzelne mehr unternehmen. So könnten aufmerksame Fahrgäste in Bussen und Bahnen viele Diebstähle verhindern, indem Wertsachen dicht am Körper getragen werden. Der sogenannte Rempeltrick ist immer noch einer der beliebtesten Tricks, um schnell an Geld zu kommen. Dabei werden die Opfer im Gedränge angerempelt oder von mehreren Tätern in die Zange genommen. Bis die Betroffenen den Diebstahl bemerken, sind die Täter schon verschwunden.

Einen Grund für die aktuelle Zunahme sieht die Polizei in einer Reihe von Großveranstaltungen in der Vergangenheit wie etwa der Papstbesuch oder das Oktoberfest. Hier böten sich für Taschendiebe viele Gelegenheiten, heißt es. Aber auch Orte, an denen sich viele Touristen aufhalten, sind stets Anlaufstellen für Kriminelle. So sind der Breitscheidplatz und der Alexanderplatz besonders betroffen. Auffällig auch die Entwicklung im Bereich "einfacher Diebstahl".Hier stieg die Zahlen der Taten um knapp 11 000 auf knapp 84 000, ein Plus von 15 Prozent.

Bei Fahrzeugdiebstählen sieht die Bilanz besser aus. Zwar ist die Tendenz mit 5161 Fällen noch steigend (plus 2,7 Prozent). Allerdings wurden im Monat September 17 Prozent weniger Fahrzeuge gestohlen als im Vorjahresmonat. Im selben Zeitraum ereigneten sich 1592 Taten im Bereich der Jugendgruppengewalt, ein Rückgang von einem Viertel.