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Adass Jisroel ist unzufrieden mit dem Berliner Senat

Die Israelitische Synagogen-Gemeinde Adass Jisroel hat dem Senat vorgeworfen, sie beim Gedenken an die Judendeportation im Nationalsozialismus nicht zu berücksichtigen.

Zum 70. Jahrestag am morgigen Dienstag, dem 18. Oktober, veranstaltet die Landesregierung eine Gedenkfeier an die Deportation mit der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Adass Jisroel sei nicht zur Beteiligung aufgerufen worden.

Der Senat gedenke "selektiv", er beteilige "die eine und schließt die andere Gemeinde von einer gleichberechtigten Beteiligung aus", erklärte der Vorstandssprecher von Adass Jisroel, Moshe A. Offenberg, am Sonntag. Dabei hätten beide jüdischen Gemeinden in Berlin das Schicksal von Deportation und Ermordung erlitten. Mit der Ignoranz gegenüber einer Gemeinde nehme der Senat eine "nachträgliche Hierarchisierung der Opfer" vor. Die Gemeinde forderte eine gleichberechtigte Berücksichtigung bei der Veranstaltung.

Im Oktober 1941 begann die systematische Verschleppung der Berliner Juden am Bahnhof Grunewald. 1089 jüdische Kinder, Frauen und Männer wurden damals, am 18. Oktober, eingepfercht in alte Transportwagen, in den Tod geschickt. Am Gleis 17 findet am morgigen Dienstag ab 14 Uhr auch die Gedenkveranstaltung mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) statt. Adass Jisroel wurde im Jahr 1869 gegründet und ist eine neu-orthodoxe jüdische Gesellschaft. Sie wurde 1997 vom Bundesverwaltungsgericht als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.