Medizingipfel

1200 Teilnehmer treffen sich zum World Health Summit

Sechs Milliarden Menschen weltweit erreicht keine medizinische Hilfe. Nur ein Sechstel davon, eine Milliarde Menschen, ist ärztlich versorgt. Grund sind in den meisten Fällen die hohen Kosten, die medizinische Behandlungen verlangen.

Doch wie können die Ergebnisse medizinischer Forschung rechtzeitig und effizient Menschen in unterschiedlichen globalen Regionen und in verschiedensten ökonomischen Rahmenbedingungen erreichen? Wie kann die Vision einer präventiven Medizin Wirklichkeit werden, die nicht schon im Vorfeld an Kostengründen scheitert?

Darüber diskutieren am Sonntag im Langenbeck-Virchow-Haus auf dem Campus Charité Mitte Redner wie die Premierministerin von Bangladesch, Sheikh Hasina, Joseph Yieleh Chireh, Gesundheitsminister von Ghana, der Gesundheitsdirektor der Unicef, Mickey Chopra, Marc Sprenger, Direktor des schwedischen European Centre of Disease Prevention and Control (ECDC) und Bildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan.

Etwa 1200 Teilnehmer aus über 80 Nationen und führende Persönlichkeiten und Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Medizin, Gesundheitswesen und Zivilwirtschaft sowie aus der Politik werden am World Health Summit teilnehmen. Bereits zum dritten Mal findet der Gipfel zu den Themen Gesundheit und Zukunftsentwicklung an diesem Sonntag statt. Die viertägige Veranstaltung an der Berliner Charité steht unter dem Motto "Today's Science - Tomorrow's Agenda".

Die Schwerpunktthemen des diesjährigen Gipfels, der unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy statt findet, sind neben der Bedeutung chronischer Erkrankungen für den Menschen auch Immunisierungsstrategien und effektive, vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen. "Was wir brauchen, ist eine neue, präventive Medizin", sagt Initiator Detlev Ganten, Präsident des Weltgesundheitsgipfels und ehemaliger Vorstandschef der Charité.

Das Ziel des 70-jährigen Pharmakologieprofessors und damit Ziel des Gesundheitsgipfels: eine globale Debatte darüber anstoßen, wie die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt dauerhaft geschützt, wiederhergestellt und erhalten werden kann.

Die prominenten Teilnehmer des World Health Summit konnten vor allem durch die im Jahr 2009 gegründete M8-Allianz gewonnen werden. Im Zuge des ersten World Health Summit wurde die "M8 Alliance of Academic Health Centers and Medical Universities" gegründet, ein internationales Netzwerk exzellenter medizinischer Fakultäten wie der Johns Hopkins University in Baltimore, dem Londoner Imperial College, der Sorbonne Paris Cité, der Kyoto University Graduate School of Medicine in Japan, der Russian Academy of Medical Sciences in Moskau - und der Berliner Charité. Die Allianz ist der akademische Hintergrund des Gesundheitsgipfels und eine permanente und nachhaltige Plattform, um zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich globaler Gesundheit zu gestalten.

Durch diese Vernetzung können die strategischen Lösungen und Empfehlungen des Gesundheitsgipfels im Anschluss der Tagung den Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesundheitssystemen zur Verfügung gestellt werden.