Tanz

"Lady Shakers" im Admiralspalast

Wenn Johnny Strange noch einmal 15 Jahre alt wäre, dann würde er auch gerne mittanzen. New Style nennt sich der Stil, den Tanzlehrerin Sarah vormacht und den die etwa 50 Jugendlichen ihr nachtanzen.

New Style ist eine Mischung aus vielen verschiedenen Tänzen: Hip Hop, Breakdance, Jazz und Modern Dance. Auch Abwandlungen wie das roboterartige Popping, das Michael Jackson berühmt gemacht hat, üben die Schüler. Johnny Strange muss nicht mehr trainieren, um berühmt zu werden. Er ist Sänger bei der erfolgreichen Berliner Reggaeband Culcha Candela und begutachtet, was der Nachwuchs so drauf hat.

Strange ist Schirmherr der internationalen Streetdanceshow Blaze, die ab dem heutigen Montag für fünf Abende in Berlin gastiert. Im vergangenen Jahr wurde Blaze nach seiner Uraufführung in London und Auftritten in den Niederlanden groß gefeiert. Für nächstes Jahr ist eine Welttournee geplant. Produzent Eric Holman hat zwölf Tänzer aus sieben Ländern zusammengeführt, die moderne Stile kombinieren und zur Musik von Justin Timberlake, Snoop Dogg und Lady Gaga aufführen. Die Show im Admiralspalast ist die Deutschlandpremiere für die Tänzer.

Unter ihnen ist in diesem Jahr auch erstmals eine Deutsche. Sarah Hammerschmidt hat sich bei der Auswahl im Juni gegen 150 Konkurrenten durchgesetzt. "Es gibt nichts Schöneres, als sich beim Tanzen auszudrücken und gefordert zu werden", sagt sie. Das Niveau der Blaze-Tänzer sei extrem hoch und sie müsse sich ordentlich dafür anstrengen. Produzent Holman findet, Sarah war die Beste der Bewerber. "Sie kann alle Stile gut, das ist hier entscheidend." Die 28-Jährige Stuttgarterin ist Profi-Tänzerin. Seit Jahren tritt sie auf internationalen Bühnen auf, denkt sich Choreographien aus und gibt Workshops. Wie den New Style-Workshop am Tag vor der Blaze-Premiere.

Auch die "Lady Shakers", eine Schülergruppe aus Kreuzberg, sind dabei. Sie haben bei einem Wettbewerb mitgemacht, bei dem die besten Nachwuchstänzer Berlins gesucht wurden. Die fünf Freundinnen im Alter zwischen elf und 13 Jahren trainieren zweimal in der Woche im Jungendclub in der Kopischstraße. Doch für Blaze haben sie ihr Pensum erhöht. Jeden Tag treffen sie sich für zwei Stunden zum Training. "Es ist gar nicht so einfach, das mit der Schule zu organisieren", sagt die elf Jahre alte Talya. Schließlich gehen die Freundinnen auf drei unterschiedliche Schulen und haben zu anderen Zeiten Unterricht. Mit dem Sieg hätten sie nicht gerechnet, gewinnen wollten sie den Wettbewerb aber unbedingt.

Am Mittwoch um 15 Uhr treten sie als Vorgruppe der Schülervorstellung auf. Sechs Minuten haben sie dafür mit ihrem Lehrer Challa vorbereitet. Der hat die K.O. Lady Shakers, die Kreuzberger Originale, gegründet. Die Bewegungen aus dem sogenannten Krumping, einem expressiven freien Tanzstil aus Los Angeles, und dem Locking, einer Mischung aus Muskelan- und Entspannung, falle den Mädchen beim Workshop noch schwer, schließlich haben sie sich auf Breakdance spezialisiert.

Nach dem Auftritt der Freundinnen am Mittwoch gibt es für die Schulklassen 30 Minuten der Abendshow zu sehen. Anschließend können sie den Tänzern fragen stellen. Culcha-Candela-Sänger Johnny Strange freut sich, die Tänzer unterstützen zu können. "Blaze ist ein sehr zeitgemäßes Stück Kultur aus meiner Generation", sagt der 29-Jährige. "Das ist entfesselter Tanz und gute Musik von der Straße aus England, den USA, Afrika und anderen Teilen der Welt." Strange hat den Verein Africa Rise gegründet, der gerade eine Berufsschule für handwerkliche Berufe in Uganda aufbaut.

Blaze findet täglich vom 19. bis 25. September um 20 Uhr im Admiralspalast statt. Am Sonnabend und Sonntag gibt es zusätzliche Aufführungen, jeweils um 15 Uhr. Karten können bestellt werden unter Tel. 47 99 74 99.

Für die Schülerveranstaltung am Mittwoch um 15 Uhr gibt es ebenfalls noch Karten zu fünf Euro unter Tel. 78 09 98 10.