Tiere

Besucher kritisieren Zoo-Direktor wegen Eisbären-Kämpfen

Zickenkrieg im Berliner Zoo: Sechs Monate nach dem Tod von Eisbär Knut spielen sich wieder tragische Szenen auf dem Bärenfelsen ab. Zahlreiche Tierfreunde waren schockiert, als am vergangenen Freitag ein blutiger Kampf zwischen den Eisbärinnen Tosca, der Mutter von Knut, und Nancy ausbrach.

Zuvor war es zwischen den Weibchen schon mehrfach zu heftigen Angriffen gekommen, seit Eisbär-Männchen Troll im großen Eisbärgehege Einzug gehalten hat. Besucher haben bereits Alarmbriefe an den Zoo-Aufsichtsrat geschrieben und darin heftige Vorwürfe gegen die Zoo-Direktion geäußert.

Zu Lebzeiten des vierjährigen Knut hatten die drei Weibchen Nancy, Katjuscha und Tosca den damaligen Eisbär-Star häufig angegriffen und sogar ins Wasser gestoßen. Nach den jüngsten Beißereien der Rivalinnen auf dem Eisbärfelsen wandten sich empörte Zoo-Besucher an den Aufsichtsratschef Frank Bruckmann. Die Besucher würden eine Eisbärin sehen, die in Panik vor einem Eisbären flüchtet, die Szenen glichen einem "Zur-Schau-Stellen von Tieren in Todesangst". Dies habe nichts mit dem Bildungsauftrag einer Einrichtung zu tun, "die von sich behauptet, wissenschaftlich zu arbeiten".

Bruckmann wird aufgefordert, dafür zu sorgen, "dass der entgleiste Tierversuch bei den Eisbären im Zoo umgehend und verlustfrei beendet wird". Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz hatte entschieden, dass Eisbär Troll die geplante Eisbärzucht im Zoologischen Garten mit dem Bärinnen-Trio fortsetzt.