Stadtteilzentrum

Alles unter einem Dach

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Brigitte Schmiemann

Noch ist der ehemalige Jugendclub am Halemweg 18 in Charlottenburg von Bauzäunen umstellt, die Fassade mit Graffiti beschmiert. Dieser Zustand soll sich ändern: Spätestens Ende des Jahres will das Bezirksamt dort das neue Stadtteilzentrum in Charlottenburg-Nord eröffnen.

Dabei erhält auch die Fassade einen hellen Anstrich. Kompakt unter einem Dach werden dort dann das Bürgeramt, die Bibliothek, der Jugendclub, ein Cafe und auch ein Kiezbüro als Anlaufstelle für Bewohner und Berater untergebracht. Um Platz zu schaffen, haben Bauarbeiter bereits den offenen Lichthof mit einem Dach verschlossen und eine neue Bodenplatte eingezogen. Auch das Gesundheitsamt wird dort mit seinem zahnärztlichen Dienst, mit Räumen für Physiotherapie sowie einem Gymnastikraum vertreten sein. Für den Jugendbereich wird auch eine Übungsküche eingebaut.

Das ehemalige Schwesternwohnheim im Halemweg 26 und der Halemweg Nummer 30, in der das Gesundheitsamt noch Räume nutzt, werden an den Liegenschaftsfonds abgegeben. Wurden mit dem alten Konzept 3760 Quadratmeter genutzt, werden es künftig nur noch 2560 sein. Dafür sind aber alle Angebote ganz in der Nähe des U-Bahnhofs Halemweg erreichbar, und es steht sogar ein Mehrzweckraum für 180 Menschen zur Verfügung. Allerdings hat der viele Regen des Sommers die Arbeiten verzögert.

Rund 600 000 Euro kostet der Umbau des zweigeschossigen Hauses, das 1963 mit der mittlerweile unter Ensembleschutz stehenden Siedlung am Heilmannring errichtet wurde. Allein die Sanierung des oft unter Wasser stehenden Kellers, mit der im Frühjahr begonnen wurde, beläuft sich auf 100 000 Euro. Gleichzeitig spart der Bezirk aber auch Mietkosten in Höhe von 50 000 Euro jährlich für vom Land angemietete Räume in der Poelchau-Schule auf dem Nachbargrundstück. Durch einen Wasserschaden waren dort rund 25 Prozent des Buchbestands der Bezirks-Bibliothek zerstört worden, genauso wie Computertechnik des Bürgerbüros, weshalb beide Einrichtungen geschlossen sind. Für Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) ist die Investition gut angelegtes Geld. Gerade in Charlottenburg-Nord sei wegen der sozialen Schwäche der Bewohner ein Anlaufzentrum wichtig: "Charlottenburg-Wilmersdorf ist neben Steglitz-Zehlendorf der einzige Bezirk ohne Quartiersmanagement, obwohl es hier dringend nötig wäre."