Kriminalität

Seit zwei Wochen die erste Nacht ohne brennende Autos

Allgemeines Aufatmen am Sonntagvormittag in Berlin - der Grund: In der Frühmeldung der Polizei fehlte der schon alltägliche Bericht über brennende Fahrzeuge in der Nacht zuvor. Ganz friedlich war die dann aber doch nicht verlaufen. In Friedrichshain setzten Besucher eines sogenannten Hoffestes an der Rigaer Straße einen Motorroller in Brand und tobten sich auch auf andere Weise aus.

24 Polizeibeamte wurden bei einem Einsatz gegen die Randalierer leicht verletzt, konnten nach Angaben eines Polizeisprechers aber im Dienst bleiben.

Gegen 22 Uhr strömten etwa 100 Besucher des Hoffestes auf die Fahrbahn der Rigaer Straße. Neben einem dort abgestellten Motorroller setzten sie auch einen Müllcontainer in Brand und zündeten Feuerwerkskörper. Zudem wurden aus der Gruppe heraus immer wieder Polizisten mit Laserpointern geblendet und mit sogenannten Zwillen, einer Art Steinschleuder, beschossen.

Erst nach Stunden gelang es den Beamten, die Situation in den Griff zu bekommen. 28 Randalierer wurden vorübergehend festgenommen, gegen 17 von ihnen leiteten die Beamten Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstands und Gefangenenbefreiung ein.

Damit waren die nächtlichen Ausschreitungen in Friedrichshain allerdings noch nicht beendet. Zunächst beschädigten Unbekannte an der Rigaer, Liebig- und Zellestraße mehrere Laternen. Gegen 2 Uhr brannte am Frankfurter Tor ein Toilettenhäuschen, Polizeibeamte zogen einen direkt daneben stehenden Bauwagen beiseite und verhinderten so ein Übergreifen der Flammen. Etwa eine Stunde später nahmen Beamte einer Einsatzhundertschaft an der Petersburger Straße einen 23-Jährigen fest, der mehrfach versucht hatte, mit einer Eisenstange Fensterscheiben von Geschäften einzuschlagen. Bei dem Mann wurde später ein Alkoholwert von 1,97 Promille gemessen.

Ungeachtet der Vorfälle in Friedrichshain erlebte Berlin in puncto Fahrzeugbrände die mit Abstand ruhigste Nacht der vergangenen zwei Wochen. Anlass für Entwarnung ist dies in der Behörde allerdings nicht. "Unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Brandstiftungen werden unverändert fortgesetzt", sagte Polizeisprecher Martin Otter am Sonntag.

Die Polizei ist mittlerweile allnächtlich mit bis zu 650 Beamten im Einsatz, daraufhin ist die Zahl der Brandstiftungen zuletzt deutlich zurückgegangen. Ein Abschreckungseffekt sei dabei sehr wohl zu erkennen, von den Tätern fehle aber trotz aller Bemühungen nach wie vor jede Spur, sagte ein Ermittler.