Serie "Berlin wählt", Teil 13

3 Fragen an Felicitas Tesch (SPD)

Bildungspolitische Sprecherin

1. Was ist die wichtigste Verbesserung, die die SPD für das Berliner Bildungssystem auf den Weg gebracht hat?

Die größte Leistung war die Abschaffung der Hauptschule und damit verbunden die Einrichtung von integrierten Sekundarschulen, weil wir damit die Perspektiven unserer Kinder auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Denn durch die Zusammenführung von Haupt-, Real- und Gesamtschule zu einer integrierten Sekundarschule wird es uns gelingen, mehr Schülerinnen und Schüler zum mittleren Schulabschluss zu führen. In 13 Jahren können die Kinder dort sogar ihr Abitur machen. Wir verringern damit die Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungsabschluss, tragen zur Chancengleichheit bei und verbessern die individuelle Förderung. Sehr wichtig ist mir auch der Ausbau der Ganztagsschulen. Alle Sekundarschulen und auch mehr Gymnasien bieten jetzt Ganztagsbetreuung an.

2. Warum hat die SPD die Betreuungslücke für die Fünft- und Sechstklässler an den Grundschulen nicht längst geschlossen?

Wir werden in der nächsten Legislaturperiode die Hortlücke in den Klassen 5 und 6 schließen. Dies steht auch im Wahlprogramm der SPD. Wir haben in den letzten Jahren viele Verbesserungen im Berliner Bildungssystem erreicht. Bildung hatte und hat bei der SPD immer Priorität, und hier wurde trotz knapper Kassen nicht gekürzt. So haben wir viel Geld in die Hand genommen für die beitragsfreien Kitajahre, für die Ganztagsschulen, für die Einrichtung der Pilotphase Gemeinschaftsschule, für die Schulstrukturreform und für die Sanierung von Schulen. Man kann diese Vorhaben aber nur schrittweise finanzieren. Als nächstes stehen dann die Schließung der Hortlücke, die Abschaffung der Bedarfsprüfung und noch einmal mehr Personal in den Kitas auf dem Programm.

3. Wie wollen Sie das Problem des Fachkräftemangels an den Berliner Schulen künftig lösen?

Sehr wichtig sind frühzeitige Stellenausschreibungen. Das hat die Senatsbildungsverwaltung gemacht. Bereits vor Ende des letzten Schuljahres wurden die Lehrerstellen ausgeschrieben und das Verfahren hat sich bewährt. Gegen Stundenausfall gibt es jetzt für jede Schule auch extra Geld für Personalkosten. Damit können die Schulleiter selbst schnell Personal einstellen, wenn ihnen Lehrkräfte fehlen. Dieses Geld bekommen die Schulen zusätzlich zur Gesamtausstattung von 100 Prozent. Das Problem des Fachkräftemangels insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern ist ein bundesweites. Wir haben die Studienplätze an den Universitäten deutlich erhöht. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwerbung von qualifizierten Seiteneinsteigern für den Schuldienst.