Einschulung

Der erste Schultag bleibt unvergessen

Für 26 620 Mädchen und Jungen hat am Sonnabend mit der Einschulung ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Die Zahl der Erstklässler wächst. Im vergangenen Jahr waren es noch 24 000 Kinder, die in die 375 Grundschulen eingeschult wurden.

"Der erste Schultag bleibt ein Leben lang unvergessen. In die Schule zu kommen, ist eine Veränderung - nicht nur für die Kinder, sondern für die ganze Familie", sagte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) zur Einschulung. Gleichzeitig warb Zöllner für die flexible Schulanfangsphase. Die Kinder könnten durch die individuelle Förderung mit ihrem eigenen Tempo lernen.

Die jetzigen Erstklässler sind der letzte Jahrgang, der verpflichtend am Jahrgangsübergreifenden Lernen (Jül) teilnehmen muss. Das heißt, Erst- und Zweitklässler werden in einer Gruppe gemischt. Ab dem kommenden Schuljahr können die Schulen von der Altermischung abweichen, wenn sie ein anderes Konzept zur individuellen Förderung der Kinder vorweisen können. Insgesamt 70 von 375 Grundschulen haben bisher eine Rückkehr zu den jahrgangsgleichen Klassen beantragt.

Einige Neuerungen gibt es schon ab diesem Schuljahr: Erstmals erhalten alle Erstklässler eine Grundwortschatz-Fibel. In den Heften stehen 700 Wörter, die besonders häufig genutzt werden. Eltern und Lehrer sollen sich daran orientieren, damit die Schüler Lesetexte und Aufgaben besser verstehen. Bayern und Brandenburg haben mit dieser Methode bereits positive Erfahrungen gemacht.

Neu ist auch ein konsequenteres Vorgehen gegen Schulschwänzer. Schon am ersten Tag des unentschuldigten Fehlens sind die Schulen von nun an verpflichtet, die Eltern zu kontaktieren. Bisher musste die Schule erst reagieren, wenn das Kind drei Tage ohne Entschuldigung nicht in der Schule war. Um Schülerinnen und Schüler stärker zu guten Leistungen zu motivieren, erhalten Grundschulen mit hohem Anteil an Kindern aus sozial schwachen Familien ab diesem Schuljahr außerdem Gutscheine. Für besondere Anstrengungen sollen die Kinder beispielsweise mit einem Besuch bei einer Sportveranstaltung, beispielsweise bei einem Bundesliga-Fußballspiel, belohnt werden.

Ab Montag schreibt Susanne Leinemann, Autorin der Berliner Morgenpost, in einer Kolumne über ihre Erfahrungen als Mutter eines Erstklässlers