Tierpark

Neuer Eisbär löst Debatte um Tierschutz aus

Der Tierpark hat mit der Anschaffung eines neuen Eisbären eine erneute Diskussion um eine artgerechte Haltung der Tiere ausgelöst.

"Die Zoo- und Tierparkleitung sollte erst neue Eisbären anschaffen, wenn Voraussetzungen für die artgerechte Haltung gegeben sind, und das sind sie nicht", sagte die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling am Donnerstag. Für den Fall des Einzugs der Grünen in den Senat nach der Abgeordnetenhauswahl kündigte sie strengere Kontrollen von Zoo und Tierpark an.

Der Tierpark will die zwei Jahre alte Eisbärin frühestens in zwei Wochen der Öffentlichkeit präsentieren. "Das im Moskauer Zoo geborene Tier muss sich erst einleben", sagte Zoosprecherin Claudia Bienek. Derzeit werde das 100 Kilogramm schwere Tier vor allem mit Fleisch und Fisch gefüttert. Die junge Eisbärin, die bisher noch keinen Namen habe, sei vom russischen Zoo in Rostow am Don im Austausch für drei Elefanten erworben worden. "Das ist ein völlig normaler Vorgang", sagte Bienek und fügte hinzu: "Wir freuen uns sehr über den Zuwachs in unserer Eisbärenfamilie". Mit dem Neuling leben in Zoo und Tierpark derzeit sechs Eisbären.

Im März war Eisbär Knut an einer Gehirnentzündung gestorben und vor den Augen der Zoobesucher von einem Felsen ins Wasserbecken gefallen.

Auch andere Tierschützer kritisierten die Zooleitung wegen der Anschaffung des neuen Eisbären. Die Haltung in Gefangenschaft verursache bei den Tieren Verhaltensstörungen, sagte Andrea Müller, Sprecherin der Tierrechtsorganisation PETA.