Senat

Wolf lässt Auftragsvergaben bei Berlin Partner überprüfen

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Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) hat eine Sonderprüfung des Geschäftsgebarens der Berlin-Werber Berlin Partner veranlasst. Hintergrund sind mögliche Ungereimtheiten bei der Abrechnung von Beratungsaufträgen.

Wolf hat nach eigenen Angaben ein anonymes Schreiben erhalten. In dem Schreiben wird Berlin Partner vorgeworfen, Aufträge an die Kanzlei des Ehemannes einer Mitarbeiterin vergeben zu haben. "Daraufhin habe ich in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Berlin Partner GmbH, Peter Zühlsdorff, eine Sonderprüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft veranlasst", sagte Wolf am Dienstag. "Wir erwarten eine zügige Untersuchung, nach deren Ergebnissen wir handeln werden."

Nach den anonymen Vorwürfen richtete sich die Kanzlei mit ihren Abrechnungen direkt an die bei Berlin Partner beschäftigte Ehefrau des Kanzleimitarbeiters. So seien über einen langen Zeitraum jeweils Beträge im vierstelligen Bereich mit Berlin Partner abgerechnet worden. Berlin Partner bestätigte den Vorgang. Das Unternehmen bereite derzeit eine Prüfung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer vor. "Das Vorgehen wird von uns voll und ganz unterstützt", sagte der Sprecher der Berlin-Werber, Christoph Lang.

Berlin Partner ist ein Dienstleister für Unternehmen, die sich in Berlin ansiedeln wollen, und berät Berliner Firmen, die in anderen Regionen aktiv werden wollen. 45 Prozent des Unternehmens hält die Investitionsbank Berlin (IBB), 40 Prozent der Anteile besitzt die Holding "Partner für Berlin". An der Holding sind 50 Berliner Unternehmen beteiligt. Jeweils fünf Prozent der Anteile halten die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer und die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg.

Seit knapp zwei Jahren kümmert sich Berlin Partner nicht nur um zuzugswillige Unternehmen, sondern auch um bereits in der Stadt ansässige Firmen. Die Mitarbeiter haben seitdem 800 Berliner Firmen besucht. Sie helfen, wenn es bei Baugenehmigungen hakt, nehmen Grundstückswünsche entgegen und helfen bei der Personalsuche. Nach eigener Zählung betreute man Projekte mit 42 Unternehmen, die expandierten. Dabei entstanden knapp 1600 neue Arbeitsplätze. Auch der Erhalt von 500 Jobs bei abwanderungswilligen Firmen, die gehalten werden konnten, geht nach eigenen Angaben auf das Konto von Berlin Partner. Geschäftsführer der Berlin-Werber ist seit vier Jahren der Jurist René Gurka.