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Experten suchen Ursache für Brand im Ostbahnhof

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Die Ursache für den Brand einer Lokomotive im Berliner Ostbahnhof ist weiter unklar. Experten des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) haben zwar am Mittwoch damit begonnen, das inzwischen in das Bahnwerk Rummelsburg abgeschleppte Schienenfahrzeug zu untersuchen.

Konkrete Ergebnisse liegen aber noch nicht vor, sagte EBA-Sprecher Moritz Huckebrink. Bei der Untersuchung soll auch geklärt werden, ob es über den Einzelfall hinaus Probleme mit der Baureihe gibt, zu der die fast völlig ausgebrannte E-Lok gehört.

Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die Unglückslokomotive mit der Nummer 114 009-4 in Hennigsdorf bei Berlin gebaut worden und seit fast 20 Jahren im Einsatz. Alle vorgeschriebenen Inspektionen und Revisionen für die Lok seien ordnungsgemäß erfolgt, betonte der Bahnsprecher. Bisher gebe es keinerlei Hinweise, was das Feuer ausgelöst haben könnte. Einen Lokomotivenbrand dieses Ausmaßes habe es in der Region Berlin-Brandenburg noch nicht gegeben, so der Sprecher.

Wie berichtet, ist am Dienstagnachmittag im Ostbahnhof in der Lokomotive der Bahntochter DB Regio plötzlich ein Feuer ausgebrochen. Die Lok schob einen nach Bahnangaben mit mehreren hundert Fahrgästen besetzten Regionalzug der Linie RE 1, der auf der Fahrt von Frankfurt (O.) nach Brandenburg/H. war. Nach Augenzeugenberichten soll die Lokomotive bereits bei der Einfahrt in den Bahnhof gebrannt haben. Der Lokführer bemerkte dies offenbar nicht, weil er im Steuerwagen am anderen Ende des Zuges saß. Beamte der Bundespolizei, die am Ostbahnhof stationiert sind, alarmierten die Feuerwehr, die nach einer Stunde den Brand löschen konnte. Für knapp zwei Stunden waren durch den Einsatz allerdings große Teile des Bahnverkehrs in der Berliner Innenstadt lahmgelegt. Betroffen waren davon auch mehrere Linien der S-Bahn.

Während die Deutsche Bahn in der Vergangenheit vor allem mit Sicherheitsmängeln bei Rädern und Achsen ihrer ICE-Züge sowie bei der Berliner S-Bahn zu kämpfen hatte, kam es beim Einsatz der Lokomotiven nur selten zu Problemen. Die Baureihe 114, von der in den Jahren 1991 bis 1994 im LEW Hennigsdorf insgesamt 41 Lokomotiven hergestellt wurden, gilt dabei als robust und zuverlässig. Technisch ist die BR 114 ein Ableger der Reichsbahn-Baureihe 243, von der zu DDR-Zeiten fast 700 Lokomotiven gebaut wurden. Ein Großteil davon ist bis heute vor allem im Regionalverkehr der DB in ganz Deutschland im Einsatz. Inzwischen gilt die Baureihe jedoch als technisch veraltet und wird nach und nach ersetzt.

Das betrifft auch den Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg. Im Ergebnis der Ausschreibung der wichtigsten Regionalexpress-Linien ("Netz Stadtbahn") will die DB nicht nur 200 Millionen Euro in die Erneuerung des Wagenparks investieren. Fest vereinbart ist für die RE-Linie 1 (Frankfurt (O.)-Berlin-Brandenburg/H.) auch der Ersatz der BR-114-Loks durch modernere und leistungsfähigere Lokomotiven. Der private Bahn-Konkurrent Odeg, der ab Dezember 2012 die Linien RE 2 und 4 bedienen wird, will 16 Stadler-Doppelstocktriebzüge einsetzen.

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