Bildung

Sommerschule für Roma-Kinder ohne Deutschkenntnisse

Aufgrund der enormen Zuzugswelle von Familien aus Südosteuropa hat der Bezirk Neukölln jetzt eine Sommerschule für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Insgesamt 43 Kinder sollen in drei Wochen einen Grundwortschatz Deutsch lernen.

Fünf Lehrer hat die Senatsverwaltung dafür bereitgestellt. Der Bezirk finanziert drei weitere Schulhelfer für das Projekt.

Allerdings kann damit nur einem Bruchteil der zugezogenen Kinder geholfen werden. Eine Abfrage des Bezirksamtes Neukölln hat ergeben, dass zu Beginn des Schuljahres 548 Kinder aus Südosteuropa, viele davon aus Roma-Familien, neu in den Schulen aufgenommen wurden. Seit Januar kamen allein aus Bulgarien und Rumänien weitere 87 dazu. Von ihnen lernen etwa zwei Drittel an Grundschulen und ein Drittel an weiterführenden Schulen. "Die Kinder sind größtenteils im Unterricht aufgeschlossen und lernwillig, sie verfügen aber nur über geringe oder keine Sprachkenntnisse", sagt Franziska Giffey, Bildungsstadträtin von Neukölln (SPD).

Die Kinder der Zuwandererfamilien haben ein Recht auf einen wohnortnahen Grundschulplatz, was dazu führt, dass einige Schulen besonders viele Kinder aus Rumänien und Bulgarien in den Klassen haben. Denn die Zuzügler konzentrieren sich meist auf bestimmte Wohngebiete. Die derzeit wohl größte Ansiedlung befindet sich im Wohngebiet Harzer Straße Ecke Treptower Straße, wo etwa 500 Menschen aus Rumänien zugezogen sind. Die nahe gelegene Hans-Fallada-Grundschule hatte dadurch im gerade abgeschlossenen Schuljahr 60 Kinder zu versorgen. Für das neue Schuljahr sind weitere 13 Kinder ohne Sprachkenntnisse für die erste Klasse angemeldet.

Die Sommerschule wurde daher an der Hans-Fallada-Schule eingerichtet. Seit Montag werden hier die 13 Schulanfängerkinder von 9 bis 13 Uhr auf die Schule vorbereitet. Für die Kinder, die bereits die Schule besuchen und große Sprachprobleme haben, gibt es drei altersgemischte Gruppen, in denen jeweils zehn Schüler einen zweiwöchigen Intensivkurs erhalten. Neben der Sprache soll auch Berlinkunde unterrichtet werden. Geplant sind neben den Unterrichtsstunden auch Ausflüge, etwa zum Tierpark Hasenheide oder auf Spielplätze.

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Franziska Giffey hatte energisch bei der Senatsverwaltung für die Sommerschule gekämpft. "Wir können die zugezogenen Kinder nicht sich selbst überlassen", sagt sie. Die Sommerschule sei ein Schritt, um eine erfolgreiche Schullaufbahn und damit eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.