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Klassik in der romantischen Klosterruine

Ein Mal im Jahr verwandelt sich die eindrucksvolle Klosterruine von Chorin zum Konzertsaal unter freiem Himmel: Der "Choriner Musiksommer" ist mittlerweile eine Institution, läuft noch bis Ende August und findet in diesem Jahr bereits zum 48. Mal statt. Musikalisch ist die Veranstaltung eine Reise in die Vergangenheit:

"Die Klosterruine hat eine so bemerkenswerte Akustik, dass wir - außer bei der Moderation - auf keine technischen Mittel wie Mikrofone angewiesen sind", sagt Kerstin Schlopsnies, die stellvertretende Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins Choriner Musiksommer e.V.. Die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters, dessen rote Backsteinmauern schon von Weitem zu sehen sind, reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Im Mai 1964 ging erstmals ein Klasssik-Konzert unter dem Titel "Choriner Musiksommer" über die Klosterbühne. Inzwischen strömen Jahr für Jahr rund 25 000 Menschen zu den Konzerten. Den Charme dieses Forums macht seine besondere Atmosphäre aus: Im Kirchenschiff gleicht sie der Strenge eines Konzertsaales, auf dem Klosterhof entsteht der Eindruck einer lockeren Freilichtveranstaltung.

Große Namen konnten auch in diesem Jahr wieder für dieses Sommerfestival verpflichtet werden, ob Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin oder Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Berliner Symphoniker oder Dresdner Kreuzchor, Dresdner Kapellsolisten oder Deutsche Streicherphilharmonie, Konzerthausorchester Berlin oder das Blechbläserensemble Ludwig Güttler.

Stets legen die Veranstalter Wert darauf, den ursprünglichen Charakter des Choriner Musiksommers zu wahren: Es gibt nur schlichte Stühle und Rasenplätze, es gibt keine aufwendige Technik, Werbung und Kommerz bleiben außen vor. Und für besondere Atmosphäre im Freien sorgt ein ganz ursprünglicher Gesang im Hintergrund: der der Vögel.

Eine Reise in die Vergangenheit können Besucher auch etwas weiter nördlich von Chorin unternehmen: in der Altstadt von Angermünde. Als "Ketzer-Angermünde" war die Stadt um 1330 verschrien. Heute besticht die einstige Ackerbürger- und Handwerkerstadt mit viel Charme. Es lohnt, die in weiten Teilen schön sanierte Altstadt bei einem gemütlichen Spaziergang zu entdecken.

Das Angermünder Ehm Welk- und Heimatmuseum, ein schmucker Fachwerkbau, ist Anlaufpunkt für alle Freunde des Schriftstellers. Ehm Welks berühmte "Heiden von Kummerow" hatten ihre eigene Sicht auf Angermünde: "Wie eine Weltstadt lag Randemünde da, mit seiner mächtigen Marienkirche, dem Kloster, dem Pulverturm, und überhaupt".

Choriner Musiksommer e. V. Geschäftsstelle Eisenbahnstraß

Ehm Welk- und Heimatmuseum Puschkinallee 10, 16278 Angermünde, Tel. 03331/333 81, www.museumangermuende.de