Gartenlust

Über die Rosenkavaliere

Die Rose und ich haben so einiges gemeinsam; sie liebt die Sonne, allerdings nicht zu viel und nicht zu wenig, sie mag durchaus nicht jeden Standort und ist vor allem sehr ungern allein im Beet. Und darum soll es heute gehen: die richtigen Begleiter für die Königin der Blumen.

Denn, wie Sie sicher schon längst selbst bemerkt haben, liebe Leser, ist diese Dame nicht wirklich makellos; und da man heute glücklicherweise sehr davon absieht, die Rosen regelmäßig mit fiesen Giften aus der Dose zu besprühen, braucht sie Begleiter, die diese Makel kaschieren.

Damit aber der Königin nicht die Show gestohlen oder sie gar von ihrem Kavalier verschattet oder dominiert wird, sollte man darauf achten, dass die Begleiter so geschaffen sind, dass sich die Dame wirkungsvoll von ihrer besten Seite zeigen kann, vor allem natürlich zur Blütezeit. So sollten zum Beispiel die Blüten- und Blattfarben gezielt auf die Blüten der Rose abgestimmt sein. Da es keine blauen Rosen gibt, ist die Farbe Blau immer ein super Begleiter, vor allem auch Weiß oder sanftes Rosa. Und an dieser Stelle möchte ich gleich einmal Pflanzen empfehlen, wie die Dunkelblaunessel Agastache rugosa-hybride 'Black Adder' oder die Blaunessel Agastache 'Blue Fortune'. Diese Pflanzen eignen sich nicht als Begleiter für kleine, niedrige Rosen, denn sie werden selbst 60 bis 90 Zentimeter hoch, sie verdecken jedoch nach der Blüte ganz besonders gut die gelblichen, oft von Mehltau befallenen unteren Blattbereiche größerer Rosen.

Die dunkle Blaunessel mit ihren blauvioletten, kolbenartigen Blüten ist besonders für weiße und rosafarbene Rosen zu empfehlen, da sich die sehr dunklen Blüten exzellent absetzen. Von den Klassikern Frauenmantel (Alchemilla mollis) und der großen Katzenminze (Nepeta 'Six Hills Giant') kann man natürlich nie zu viel haben, denn auf ihnen tummeln sich zur Blütezeit nicht nur Tausende von Bienen, sondern auch viele Feinde der Blattläuse. Übrigens, wenn Sie in den nächsten Wochen in den Urlaub fahren, dann schneiden Sie doch am Tag vor der Abreise Ihren fast verblühten Frauenmantel und die Katzenminze 15 Zentimeter über dem Boden ab. Mit ein bisschen Glück hat sich die Pflanze von diesem drastischen Eingriff bereits bei Ihrer Rückkehr erholt. Wir jedenfalls machen dies seit Jahren hier bei uns mit großem Erfolg.

Für die remontierenden Rosen, also die mehrfachblühenden, empfehle ich auch gern die schönste und älteste Herbstanemonensorte 'Honorine Jobert', die mit ihren halbgefüllten, eleganten, weißen Blüten traumhaft zu jeder Rose passt, zumal nur die weißen Blüten 90 bis 110 Zentimeter hoch wachsen, nicht aber das Blattwerk. Nicht alle Ideen aus früheren Zeiten sind out, so feiert das von Karl Foerster gezüchtete Schleierkraut Gypsophila Hybride 'Rosenschleier' eine echte Renaissance und auch die bezaubernde Sorte 'Summer Sparkles' oder 'Bristol Fairy' ist zu empfehlen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Gartenbesitzer der Meinung sind, dass Schleierkraut nicht winterhart ist, was wirklich nicht stimmt. Es braucht aber einen immer sonnigen Platz, am besten mitten im Beet, von anderen Pflanzen geschützt.

Das hohe Schleierkraut, Gypsophila paniculata, bis zu einem Meter hoch blühend, steht wunderbar im Beet, wenn es in eine kräftige Rose hineinwachsen kann, braucht aber sonst eine Stütze. Natürlich ist der Lavendel in allen Farben und Sorten einer der besten Rosenkavaliere, zumal er auch sehr wenig Wasser braucht und somit keine Konkurrenz für die Rose darstellt. Mit anderen Worten, alle Pflanzen, die wenig Wasser benötigen, sind gute Begleiter für die Rosen. Allerdings würde ich deshalb keine Kakteen an die Rosen setzen, die Erderwärmung hin oder her.

Gabriella Pape ist Leiterin der Königlichen Gartenakademie in Berlin und schreibt regelmäßig am Sonnabend an dieser Stelle.